Schonender Transport per Drehleiter (11. Januar)
Gisela P. ist 83 Jahre alt. Sie wohnt nach wie vor in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung – in der westlichen Altstadt, erster Stock.
Schon oft hat sie darüber nachgedacht, ob es nicht besser wäre, in ein Heim zu ziehen – und sei es nur, um regelmäßig unter
Aufsicht zu sein. Die Beine wollen schon lange nicht mehr so, und die Kinder wohnen weit weg. Aber bislang ist immer noch
alles gut gegangen, und die Selbstständigkeit aufzugeben – womöglich ein für alle Mal – dafür fühlt sich Gisela P. noch
nicht alt genug. „Denn wenn ich erst einmal im Heim bin . . .“, flüstert sie leise und bringt den Gedanken einmal mehr
nicht zu Ende...
Aber dann passiert es. Als sie mittags einen Kochtopf aus dem Hängeschrank in der Küche holen will, wird ihr plötzlich
schwindelig. Ehe sie sich versieht, sacken Gisela P. die Beine weg. Sie fällt zu Boden. Ein stechender Schmerz durchzuckt
sie. Und als die alte Frau wieder einigermaßen bei Sinnen ist, merkt sie, dass sie nicht allein aufstehen kann. Gott sei
Dank hat sie ihr schnurloses Telefon in der Küchenschürze – so wie es ihr die Kinder empfohlen haben. Mit zittrigen Fingern
kramt sie nach dem Gerät, wählt die 112.
Keine drei Minuten später sind Rettungswagen und Notarzt zur Stelle. Die Diagnose entspricht den schlimmsten Befürchtungen
der Seniorin: Oberschenkelhalsbruch. Der Transport ins Krankenhaus ist unvermeidlich. Doch das stellt die Rettungskräfte
vor neue Herausforderungen. Das Treppenhaus der Altbauwohnung ist furchtbar eng. Außerdem wollen die Helfer mit dem heiklen
Transport über die steile Treppe kein noch größeres Risiko für den Patienten eingehen...
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