Hartenholm: Streit um Rettungshelikopter (20. Juli)
(shz.de) Seit Sonnabend hat Schleswig-Holstein einen neuen Notarzt-Hubschrauber. Nach der Vorstellung der Norderstedter
Hilfsorganisation KBA, soll der Helikopter Notärzte in die ländlichen Regionen des Landes fliegen – und nicht, wie übliche
Rettungshubschrauber, nur Patienten transportieren. Ob „KUNO-SH-01“ aus Hartenholm im Kreis Segeberg auch überall eine
Landeerlaubnis erhält, ist jedoch umstritten. Das Problem: Der Helikopter hat zwar eine Zulassung des Luftfahrtbundesamtes,
doch noch fehlt eine offizielle Zulassung nach dem Rettungsdienstgesetz. Wird der Luftretter gerufen, bleibt damit die Frage
offen, wer den Einsatz bezahlt.
Der KBA-Chef, Michael Vollmer, sieht hier die Krankenkassen in der Pflicht. Der Verband der Ersatzkassen in Schleswig-Holstein
(VDEK), ist da anderer Meinung: „Im Land haben wir bereits drei Hubschrauber an den Standorten Rendsburg, Niebüll und Siblin.
Wenn wir einen weiteren brauchen würden, dann hätten wir ihn“, sagte VDEK-Chef Dietmar Katzer gestern unserer Zeitung. Der neue
Helikopter sei „der Versuch eines privaten Anbieters, dieses System zu durchlöchern – es soll schlicht Geld verdient werden“.
Laut Dietmar Katzer sei die Belastbarkeit der bestehenden Strukturen auch durch ein Gutachten belegt. Der Landesvorsitzende
der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Werner Kalinka (CDU), hatte dagegen gestern von den Ersatzkassen mehr
Diskussionsbereitschaft gefordert: „Die Entscheidung darüber, was nötig ist, kann nicht allein dadurch bestimmt werden, wie
der Chef des Verbandes der Ersatzkassen dies sieht.“