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BRIANS HOMEPAGE | RETTUNGSDIENST | PRESSEMAPPE 2010
Pressemappe

Quelle sind - sofern nicht anders gekennzeichnet - zumeist die "Husumer Nachrichten" aus dem sh:z-Verlag, einige Fotografen haben mir zudem Bildmaterial zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür auch noch einmal an dieser Stelle. Sofern zu einem Artikel Bildmaterial zur Verfügung steht, ist dies mit einem gekennzeichnet.


2010 - Viertes Quartal
  • Mildstedt: Autofahrer stirbt bei Unfall (1. Oktober)
  • Hattstedt: Zwei Schwerverletzte nach Unfall auf der B 5 (3. Oktober)  
  • Sonnebüll: 18jähriger durch Stromschlag schwer verletzt (9. Oktober)
  • Witzwort: Rauchmelder gab Alarm - Familie gerettet (11. Oktober)
  • Friedrichstadt: Gemeinsam auf den Ernstfall vorbereiten (13. Oktober)
  • Erste Hilfe am Unfallort: Niemand darf sich davor drücken (27. Oktober)


  • Kotzenbüll: Pritschenwagen rammt Golf - Frau stirbt (2. November)
  • Janskurve - Schleswig-Holsteins Todeskurve (11. November)
  • Husum: Einsatz mit Hindernissen (13. November)
  • Oldenswort: Schwerer Unfall in der "Todeskurve" (20. November)
  • Husum: Betrunkener stieß Polizist die Treppe hinunter (23. November)
  • Nachwuchssorgen und immer mehr Einsätze (24. November)


  • Helfer mit Schneeketten (24. Dezember)  
  • Schwabstedt: Rettung aus dem Schnee (24. Dezember)
  • Bundeswehr im Rettungseinsatz (27. Dezember)



  • Mildstedt: Autofahrer stirbt bei Unfall (1. Oktober)
    (shz) Der Unfall ereignete sich am Donnerstagabend um 20 Uhr auf der Ostenfelder Landstraße (L37) in Höhe der Abfahrt nach Ipernstedt. Nach bisherigen Ermittlungen fuhr der 77-jährige Fahrer eines Ford von Rantrum aus kommend auf die L 37. Zu gleicher Zeit näherte sich aus Richtung Mildstedt ein Audi. Im Kreuzungsbereich kam es zur Kollision beider Fahrzeuge.
    Der Fahrer des Ford wurde bei dem Unfall lebensgefährlich verletzt. Er verstarb wenig später auf dem Weg in ein Flensburger Krankenhaus. Auch seine 79-jährige Beifahrerin erlitt schwere Verletzungen, ist aber inzwischen außer Lebensgefahr. Der 22-jährige Audi-Fahrer kam mit leichten Verletzungen davon, blieb jedoch zur weiteren Beobachtung zunächst im Krankenhaus.







    Hattstedt: Zwei Schwerverletzte nach Unfall auf der B 5 (3. Oktober)
    (shz) Am Morgen, gegen 09:47 Uhr, kam es auf der Bundesstraße 5 in Höhe der Ortschaft Hattstedt (Kreis Nordfriesland) zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem insgesamt drei Personen überwiegend schwer verletzt wurden.
    Nach bisherigen Ermittlungen des Polizei-Bezirksreviers Husum befuhr der 20-jährige Fahrer eines Pkw Daimler Benz die Kreisstraße 81 in Richtung Hattstedt. Nach Zeugenaussagen wurde der Wagen beim Übergang auf die B 5 (Horstedter Chaussee) infolge überhöhter Geschwindigkeit aus einer scharfen Rechtskurve getragen. Dabei habe er sich mehrfach überschlagen und wurde dabei total beschädigt.
    Der Pkw geriet ferner in eine Gruppe von Motorradfahrern, die zeitgleich die B 5 in Hattstedt befahren habe. Ein 46 Jahre alter Biker erlitt bei dem Zusammenprall schwere Verletzungen. Auch der Autofahrer wurde schwer-, sein 20-jähriger Beifahrer leicht verletzt. Zahlreiche Rettungskräfte versorgten die Verletzten vor Ort, bevor letztere in umliegende Krankenhäuser transportiert wurden. Da sich darüber hinaus im Zuge der Unfallaufnahme Hinweise auf eine Alkohol- und Drogenbeeinflussung bei dem Pkw-Fahrer ergaben, wurde eine entsprechende Blutprobe angeordnet.

    Sonnebüll: 18jähriger durch Stromschlag schwer verletzt (9. Oktober)
    (shz) Bei der Montage einer Photovoltaik-Anlage in Sönnebüll wurde gestern ein 18-jähriger Mann schwer verletzt. Durch die Sonne geblendet, übersah er eine 20 Kilovolt-Mittelspannungsleitung und lenkte einen Kran in die Leitung. Der Strom floss über den Kran in den Boden und verletzte den daneben stehenden Nordfriesen schwer. Nach Polizeiangaben wurde die Person nach erfolgreicher Reanimation per Hubschrauber in das Schwerbrand-Verletzten-Zentrum der Uni-Klinik Lübeck geflogen. Der Kranführer blieb unverletzt.

    Witzwort: Rauchmelder gab Alarm - Familie gerettet (11. Oktober)
    (shz) Ein Rauchmelder in einem Wohnhaus in der Dorfstraße schreckte am Sonnabend gegen 16.15 Uhr Passanten auf. Starke Rauchentwicklung trug dazu bei, dass sofort Großalarm ausgelöst wurde. Fünf Bewohner einer Großfamilie retteten sich selbstständig ins Freie. Die Feuerwehr Witzwort war rasch zur Stelle. Vorsorglich forderte Wehrführer Dierk Hansen Unterstützung aus Simonsberg, Norderfriedrichskoog-Uelvesbüll und Drage an. Gleichzeitig trafen Rettungsfahrzeuge und zwei Notärzte ein, die zwei zweijährige Kinder in die Klinik bringen ließen.

    Friedrichstadt: Gemeinsam auf den Ernstfall vorbereiten (13. Oktober)
    (shz) Ausnahmezustand in Friedrichstadt: Ein Meer von Blaulichtern, Absperrungen und viele Zuschauer am „Großen Garten“. Erstmals arbeiten drei Landkreise bei der Großübung „Brückenschlag“ zusammen und beweisen: Kreisgrenzen sind und dürfen keine Hindernisse sein. „Solch eine gemeinsame Übung findet viel zu selten statt“, unterstreicht Nordfrieslands Kreiswehrführer Christian Albertsen.
    180 Einsatzkräfte von Rettungsdiensten der Kreise Nordfriesland, Dithmarschen und Schleswig-Flensburg sowie Feuerwehren, Notärzte, Notfallseelsorger, eine Psychologin, Polizei, DRK, DLRG, Johanniter Unfallhilfe, Suchhundestaffel und Taucher sind an der mehrstündigen Übung beteiligt – mehrere 100 Zuschauer beobachten die Aktion. Sie bekommen ein großes Lob von Joachim Misdorf vom Organisationsteam: „Die Bevölkerung verhält sich äußerst diszipliniert, bleibt auf sicherer Distanz und stört den Einsatzablauf zu keiner Zeit.“ Unter den „Sehleuten“ sind auch hochrangige Beobachter wie der Kommandeur der Stapelholm Kaserne in Seeth, Oberfeldarzt Dr. Arne Müller, mehrere Amtswehrführer und ihre Stellvertreter. Die Amtsvorsteherin des Amtes Nordsee-Treene, Karen Hansen, die die mehrstündige Übung bis zum Schluss verfolgt, spart nicht mit Anerkennung: „Absolut beeindruckend.“ Ähnlich äußert sich der Rettungsdienstleiter des Kreises Schleswig-Flensburg, Wolfgang Rochlitz, und fügt hinzu: „Bei dieser komplexen Schadenslage sind die Ressourcen eines einzigen Landkreises erschöpft. Da muss in jedem Fall Hilfe aus den benachbarten Kreisen ran.“ Dafür, dass wirklich alles klappt, sorgt die eigens eingerichtete „Rettungsleitstelle Friedrichstadt“, in der Roland Strauss, Heidi Kiel und Ludolf Schulz alle Hände voll zu tun haben. Friedrichstadts stellvertretender Bürgermeister Bernd Güldenpenning: „Ich ziehe meinen Hut vor dieser Leistung – imponierend, wie hier unterschiedlichste Rettungsorganisationen reibungslos zusammenarbeiten.“ Dafür hat das Organisationsteam mit Joachim Misdorf, Roland Strauss, Paul Bazan, Birger Thomsen, Ludolf Schulz, Jörg Oestreich, Andreas Fitschen und Christian Wehr drei Monate lang Vorarbeit geleistet und zuvor mehrere Ortstermine wahrgenommen.
    Das Szenario der Übung: Alarm um 18.56 Uhr. Aus dem Restaurant stürzt der Koch, der zuvor einen Notruf abgesetzt hatte, unter lauten Hilferufen ins Freie, er spricht von „einem großen Knall und vielen Verletzten“. Das Ausflugslokal ist zu dieser Zeit wegen einer Feier voll besetzt, die Gäste stürzen panikartig nach draußen, immer wieder hallen gellende Hilfeschreie vom Dach durch das Abenddunkel. Mit laufendem Funkgerät eilt Polizeieinsatzleiter Thomas Jacobsen von der Zentralstation Friedrichstadt im Laufschritt an den Einsatzort. Rainer Rahn hat mit Streifenwagen und Warnlampen mittlerweile die Kreuzung vor dem Restaurant abgesperrt. Nach wenigen Minuten treffen erste Feuerwehren und Rettungswagen ein, Rettungsteams richten eine Verletztensammelstelle ein und Atemschutzträger dringen in das Gebäude vor.
    Um 19.30 Uhr steigen Taucher zur Personenrettung in den benachbarten Sielzug und fördern unter Beifall auch jene große Absperranlage zutage, die seit dem Stadtfest vermisst wurde. Zwei Notärzte untersuchen die Verletzten, die von Rettungskräften fachlich gut versorgt und betreut und von Notfall-Seelsorgern und einer Psychologin unterstützt werden. Zu allem Unglück prallt im Einsatzgeschehen – planmäßig – ein Pkw mit Zaungästen gegen eine Hausmauer. Die Verletzten sind eingeklemmt und müssen unter Einsatz zweier Rettungsscheren aus Koldenbüttel und Lunden freigeschnitten werden. Insgesamt 18 „Schwerverletzte“ werden in die Klinik verlegt.
    Beim Abschlussgespräch verteilt Amtswehrführer Manfred Aberle dickes Lob: „Ihr wart alle fantastisch.“ Zu den 180 Einsatzkräften addieren sich 16 Rettungswagen sowie 14 Feuerwehr- und Einsatzfahrzeuge der Führungskräfte, der Hunde- und Taucherstaffel.

    Erste Hilfe am Unfallort: Niemand darf sich davor drücken (27. Oktober)
    (shz) Eine junge Frau kam frühmorgens mit ihrem Wagen von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Obwohl die Unfallstelle direkt neben der Bundesstraße 5 lag, hielt über mehrere Minuten kein einziger der zahlreichen Autofahrer an, um Erste Hilfe zu leisten. Der Vorfall vom 21. Oktober macht Christian Wehr, Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Nordfriesland, immer noch fassungslos: „Jeder von uns kann in so eine Situation kommen und hofft dann, dass ihm seine Mitmenschen schnellstmöglich helfen. Aber kein Autofahrer hat sich gekümmert oder auch nur 112 angerufen.“
    Die Verpflichtung zur Hilfe ist gesetzlich geregelt. Unterlassene Hilfeleistung kann mit Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet werden. „Der Gesetzgeber verlangt nicht, dass Passanten sich in ein Fahrzeugwrack zwängen und sich selbst in Gefahr bringen. Aber anzuhalten, die Unfallstelle abzusichern und schnellstmöglich einen Notruf über 112 abzusetzen, ist das Mindeste, was man erwarten kann“, betont Wehr.
    Wenn anschließend noch Erste Hilfe geleistet werde, entscheide dies oftmals über Leben und Tod. Im aktuellen Fall wäre die junge Frau nach Wehrs Einschätzung zwar auch dann nicht zu retten gewesen. „Aber das weiß man ja vorher nicht. Wir alle unterliegen einer gesetzlichen und moralischen Verpflichtung zur Hilfeleistung, und es gibt keine Entschuldigung, sich davor zu drücken“, sagt er. Christian Wehr weist darauf hin, dass die Hilfsorganisationen in Nordfriesland regelmäßig zu sehr günstigen Konditionen Erste-Hilfe-Kurse anbieten – auch für Gruppen und Vereine.
    Nach dem Unfall an der B 5 stoppte erst ein Rettungsassistent, der auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle in der Niebüller Rettungswache war. Er sicherte die Unfallstelle und begab sich zu dem zerstörten Fahrzeug. Unterstützt wurde er wenige Augenblicke später durch eine Kollegin, die ebenfalls zum Dienst unterwegs war. Sofort meldeten die beiden den Unfall über Telefon 112 bei der Rettungsleitstelle in Harrislee. Von dort aus wurden Rettungswagen, Notarzt und Feuerwehr alarmiert. Während der medizinischen Erstversorgung durch die beiden Fachleute kamen zögerlich weitere Helfer hinzu; so leuchtete ein Lkw-Fahrer das Fahrzeugwrack aus. Die junge Frau starb schließlich im Rettungswagen auf dem Weg in das Niebüller Krankenhaus.



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    Kotzenbüll: Pritschenwagen rammt Golf - Frau stirbt (2. November)
    (shz) Bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 202 bei Kotzenbüll (Kreis Nordfriesland) ist gestern eine Frau ums Leben gekommen. Sie saß als Beifahrerin in einem VW Golf, der beim Abbiegen von einem VW Pritschenwagen gerammt wurde. Der Aufprall erfolgte auf der Beifahrerseite, der Golf schleuderte herum. Mehr als 20 Feuerwehrmänner waren im Einsatz, sie schnitten die Frau und den Golf-Fahrer (57) aus dem Wrack, beide wurden von Notärzten reanimiert, doch trotz aller Bemühungen starb die Beifahrerin im Rettungswagen. Ihre Personalien konnte die Polizei noch nicht feststellen. Der Golf-Fahrer schwebt in Lebensgefahr, er kam ins Westküstenklinikum Heide. Von den drei Maurern im VW-Pritschenwagen wurde einer leicht verletzt. Die Straße blieb während der Rettungsarbeiten für zwei Stunden gesperrt.

    Janskurve - Schleswig-Holsteins Todeskurve (11. November)
    (shz) In der "Rettungsleitstelle Nord" in Harrislee bei Flensburg zucken die Disponenten beim Schlagwort "Janskurve" zusammen - nirgendwo in einer Kurve im Lande hat es bislang so viele extrem schwere Verkehrsunfälle gegeben. "Wenn das Stichwort ,Verkehrsunfall in der Janskurve' auf unseren Alarmmeldern auftaucht, ist höchste Eile geboten - da herrscht absolute Alarmstufe", sagt Wehrführer Günter Althof aus Oldenswort (Kreis Nordfriesland). Zehn Tote und 56 Schwer- und Schwerstverletzte in den vergangenen zehn Jahren an dieser Stelle - das ist die traurige Bilanz der Todeskurve in Schleswig-Holstein. Nirgendwo in einer Kurve im Lande hat es bislang eine derart große Häufung von extrem schweren Verkehrsunfällen gegeben. Eine Bilanz:
    Pfingstsonntag, 11. Juni 2000, ein sprichwörtlicher Bilderbuchtag mit viel Verkehr auf der B 5. Doch um 14.16 Uhr passiert die Katatstrophe: Sieben Schwerstverletzte und eine Tote sind die traurige Bilanz eines Verkehrsunfalls. Fünf Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge und der Rettungshubschrauber "Christoph 42" aus Rendsburg sind am Einsatzort. Die Unglücksstelle bietet ein Bild des Grauens; ein Sachverständiger wird per Streifenwagen an den Unglücksort geholt.
    1. Juli 2004: Großalarm gegen Mittag für drei Rettungshubschrauber, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge, fünf Rettungswagen und zwei Feuerwehren mit Rettungsscheren. Trotz aller Bemühungen der Retter sterben fünf Autoinsassen, darunter Kinder bei einem Frontalaufprall - drei vor Ort und zwei nach Einlieferung in die Klink.
    11. Juni 2005: Eine 19-jährige Schülerin prallt ungebremst mit einen entgegenkommenden BMW zusammen - drei Menschen werden schwer verletzt.
    25. Mai 2007: Ein Lastwagen geht in Flammen auf. Kurze Zeit später kann sich der dithmarscher Fernsehkoch Thies Möller gerade noch rechteitig aus seinem brennenden Volvo retten.
    2. Juli 2009: Ferienbeginn, die Autos reihen sich aneinander. Kurz vor 14 Uhr gerät eine Fahrerin aus Hessen in den Gegenverkehr - mehrere Personen werden eingeklemmt. Zwei Autos und ein Motorrad rasen in die Unfallfahrzeuge hinein. Zwei Tote und sechs Schwerstverletzte sind zu beklagen.
    12. Mai 2010: Bei dem vorläufig letzten tödlichen Unfall in der Todeskurve stirbt eine 20-jährige Autofahrerin als sie mit ihrem Fiat Punto in einen VW-Campingbus rast, es gibt mehrere Schwerverletzte.
    30. Oktober 2010: Der vorläufig letzte Unfall in der Todeskurve. Auf der B5 bei Oldenswort herrscht an diesem Sonnabendnachmittag reger Verkehr. Doch plötzlich geht nichts mehr: Ein Richtung Norden fahrender 31-Jähriger gerät mit seinem Auto auf die Bankette und dann in den Gegenverkehr. Er prallt frontal mit einem Mercedes zusammen, an dessen Steuer ein 61-Jähriger sitzt. Ein Fahrer wird eingeklemmt, drei Personen tragen schwere Verletzungen davon.

    Die Retter fordern, den Unfallschwerpunkt zu entschärfen. Kreiswehrführer Christian Albertsen sagt: "Ich habe viele schlaflose Nächte. Zwar sind in diesem Jahr endlich die 70 km/h-Schilder aufgestellt worden - aber das allein bringt es nicht. Egal, von welcher Seite man auf diese Kurve zufährt, man hat zuviel Geschwindigkeit drauf. Bis auf eine Getötete waren alle bedauernswerten Opfer Auswärtige." Die mehrfach wiederholte Forderung des Chefs aller 136 Feuerwehren in Nordfriesland: "Wir Feuerwehren müssen NACH einem Unfall tätig werden - andere müssen es VORHER!" Sein Vorschlag: Aufstellung von blinkenden Warnlichtern wie am Ende der B5-Ausbaustrecke bei Horstedt (Kreis Nordfriesland). "Ein blinkendes Licht sieht jeder schon von Weitem - auch am helllichten Tag und gegen die Sonne. Mit dieser Maßnahme sind die Unfallzahlen bei Horstedt zurückgegangen", so Albertsen. Und: "Ich kann nichts fordern - aber immer wieder darauf hinweisen. Im Übrigen gilt: Unfallrettung ist keine Arbeit, die an einem so vorbeigeht. Nicht umsonst haben wir im vergangenen Jahr ein Einsatzteam für psychosoziale Unterstützung auf die Beine gestellt. Diese furchtbaren Ereignisse können Einsatzkräfte traumatisieren - und das darf nicht unterschätzt werden!"
    Oldensworts Gemeindewehrführer Günter Althof möchte am liebsten nicht mehr zur Janskurve gerufen werden - zu viele schreckliche Bilder sind in seinem Kopf gespeichert. Doch bis dahin sagt er: "Die Janskurve ist ein richtig heißes Eisen!"

    Husum: Einsatz mit Hindernissen (13. November)
    (shz) Vormittäglicher Feuerwehreinsatz in der Krämerstraße: Zur Unterstützung des Rettungsdienstes musste die Feuerwehr eine erkrankte Person aus dem zweiten Obergeschoss eines Wohnhauses mit der Drehleiter bergen. Doch die ließ sich wegen der Weihnachtsbeleuchtung nicht aufrichten. Die sechs Einsatzkräfte entfernten die Dekoration vorübergehend. Der Einsatz war nach rund einer Stunde beendet.

    Oldenswort: Schwerer Unfall in der "Todeskurve" (20. November)
    (shz) Bei einem Frontal-Zusammenstoß von zwei Autos in der Janskurve auf der Bundesstraße 5 bei Oldenswort (Kreis Nordfriesland) ist eine Autofahrerin am Sonnabend schwer verletzt worden. Die Fahrerin des anderen PKW erlitt leichte Verletzungen, auch sie wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die Polizei mitteilte.

    Husum: Betrunkener stieß Polizist die Treppe hinunter (23. November)
    (shz) Eine Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte handelte sich ein 43-Jähriger am Freitag (19.) ein. Gegen 15 Uhr trafen im Treppenhaus vor seiner Wohnung Polizeibeamte ein. Sie wollten eine körperliche Auseinandersetzung zwischen dem Mann und seiner 29-jährigen Bekannten schlichten. Zu einem Wortgefecht mit den Beamten kam es, als sich der alkoholisierte Beschuldigte davonmachen wollte. Im anschließenden Gerangel trat der 43-Jährige nach Polizeiangaben gezielt nach einem 36-jährigen Ordnungshüter. Dieser verlor das Gleichgewicht, stürzte eine steile Treppe herab und blieb bewusstlos liegen, nachdem er zuvor mit Kopf und Rücken aufgeschlagen war.
    Die übrigen Polizisten setzten den Randalierer fest und konnten ihn beruhigen. Der verletzte Beamte wurde vor Ort notärztlich versorgt und anschließend ins Krankenhaus gebracht. Durch den Sturz erlitt er eine Gehirnerschütterung und eine Kopf-Platzwunde.

    Nachwuchssorgen und immer mehr Einsätze (24. November)
    (shz) Die Zahl der Rettungseinsätze steigt. Rechnete der Kreis Nordfriesland bisher mit 28 000 Einsätzen jährlich, muss er künftig drei bis vier Prozent mehr einkalkulieren. Das geben aktuelle Studien vor, wie Christian Wehr, Leiter des Rettungsdienstes Nordfriesland, in einem Pressegespräch sagte. Doch das ist nicht die einzige Herausforderung, auf die der Kreis reagieren muss: Der Rettungsdienst hat Nachwuchssorgen.
    „Der freie Markt gibt eine ausreichende Zahl an Fachkräften einfach nicht mehr her“, erklärte Wehr. Deshalb habe man sich entschlossen, die Rettungsassistenten selbst auszubilden. Seit dem 1. August lernen Johanna Beder, Christoph Burk und Rune Thielmann den Beruf kennen. Die praktischen Erfahrungen der dreijährigen Ausbildung machen sie in Nordfriesland, das theoretische Wissen sammeln sie an der Akademie der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein, einer gemeinnützigen Gesellschaft in Heide.
    „Wir wollen die hohe Qualität der Ausbildung sicherstellen und den Nachwuchs längerfristig an den Kreis binden“, nannte Landrat Dieter Harrsen das Ziel. Um das zu erreichen, macht der Kreis seinen künftigen Mitarbeitern ein lohnendes Angebot. „Wir müssen den Interessierten die Chance geben, die Ausbildung vollständig bezahlt zu bekommen – einschließlich Führerschein“, sagte Wehr. Damit die langjährig beschäftigten Rettungsassistenten an das neue Ausbildungssystem herangeführt werden, hat der Kreis Sebastian Rösch und Christian Plonski eingestellt. Die beiden Rettungsassistenten haben viele Jahre den Beruf ausgeübt und Erfahrungen in der Erwachsenenbildung.
    Der Rettungsdienst hat ein Jahresbudget von rund 10,5 Millionen Euro, das komplett von den medizinischen Kostenträgern refinanziert wird. Etwa 75 Prozent entfallen auf Personalkosten. „Die Kosten für die neuen Auszubildenden bewegen sich im Promillebereich und werden innerhalb des Personalkostenbudgets aufgefangen“, sagte Hans-Martin Slopianka, Pressesprecher des Kreises. Erleichtert werde das dadurch, dass die Auszubildenden auch Dienststunden ableisteten. Statt der üblichen zwei Jahre lernen und arbeiten die Berufseinsteiger drei Jahre. In der Zeit absolvieren sie ein zusätzliches Klinik- und ein erweitertes Rettungsdienst-Praktikum und machen den Führerschein C 1, mit dem man bis zu 7,5 Tonnen schwere Fahrzeuge fahren darf. Der Kreis Nordfriesland will auch im kommenden Jahr Auszubildende im Rettungsdienst einstellen. Die Bewerbungsphase beginnt in Kürze.



    Helfer mit Schneeketten (24. Dezember)
    (shz) Aufgrund der winterlichen Bedingungen erhält der Rettungsdienst des Kreises Nordfriesland tatkräftige Unterstützung: „Bereits seit Mitte vergangener Woche stellen uns DRK und DLRG in Husum und Niebüll ihre geländegängigen Krankenwagen zur Verfügung, damit wir unsere Patienten auch bei hohem Schnee schnellstmöglich erreichen können“, ist der stellvertretende Leiter des Rettungsdienstes, Sebastian Schildger, froh über diesen „Service“. Ulrike Petersen, Rettungsassistentin im Anerkennungsjahr, berichtet, dass die Fahrten trotz der mit Allradantrieb und Schneeketten wintertauglich ausgerüsteten Fahrzeuge mühevoll seien.
    Alarmiert sind auch die Feuerwehrbereitschaft Nordfriesland sowie die Bundeswehrstandorte Stadum, Seeth und Husum, die geländegängige Fahrzeuge für diese Sondereinsätze zur Verfügung stellen. Bereits mehrfach mussten sie dem Rettungsdienst den Weg zu eingeschneiten Einsatzorten bahnen. Dank dieser Zusammenarbeit stellen die derzeitigen Schneeverwehungen von bis zu einem halben Meter Höhe kein Hindernis für die Retter mehr dar. In der Nacht zum 21. Dezember befreiten Rettungsdienst und Feuerwehr auf dem Nordstrander Damm zudem mehrere festgefahrene Pkw aus Schneewehen.
    Die ganze Nacht hindurch standen Führungskräfte des Rettungsdienstes den Einsatzkräften als Ansprechpartner zur Verfügung und koordinierten vom Husumer Kreishaus aus in enger Abstimmung mit der Rettungsleitstelle Nord in Harrislee weitere Maßnahmen: So wurde auf Nordstrand ein geländegängiges Rettungsfahrzeug stationiert, um gemeinsam mit dem ebenfalls in Bereitschaft stehenden Hausarzt die medizinische und rettungsdienstliche Versorgung der Halbinsel zu sichern.
    Landrat Dieter Harrsen bittet in einer Mitteilung alle Hausbesitzer und Mieter, Bürgersteige und Wege auf Grundstücken von Schnee und Eis zu befreien: „Das würde die Unfallgefahr enorm vermindern – nicht nur für die Bürger selbst, sondern auch für die mit schwerem Gerät bepackten Mitarbeiter unseres Rettungsdienstes.“ Harrsens Dank gilt den ehrenamtlichen Einsatzkräften der Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen, die den hauptamtlichen Rettungsdienst rund um die Uhr unterstützen und so hinter der weihnachtlichen Pracht auch für sichere Weihnachten sorgen.

    Schwabstedt: Rettung aus dem Schnee (24. Dezember)
    (shz) Großeinsatz für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst – und ein Rennen gegen die Uhr: Am Mittwochabend löste die Rettungsleitstelle Harrislee Sirenenalarm in Schwabstedt, Ramstedt und Wisch aus. Da das Schneetreiben schnell an Stärke zunahm, arbeiteten die Einsatzkräfte bei der anschließenden Suche nach einer jungen Frau , die von ihren Angehörigen als vermißt gemeldet worden war, gegen die Zeit. Binnen kürzester Zeit war im Gerätehaus eine Leitstelle eingerichtet, von der aus der stellvertretende Wehrführer Klaus-Uwe Graumann die Trupps steuerte. Gemeinsam mit Schwabstedts Wehrführer Uwe Rochel begaben sich 16 Schwabstedter und mit Ramstedts Wehrführer Udo Thiessen 14 Kollegen auf die schneeglatten Fahrbahnen. Drei Einsatzfahrzeuge und mehrere Privatwagen mussten dabei feststellen, dass einige Wege bereits unpassierbar waren. Polizeieinsatzleiter Thomas Hansen, der Unterstützung von der Polizei Friedrichstadt und der Wasserschutzpolizei aus Husum erhielt, verglich das Unternehmen „mit der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen“.
    Worauf alle Einsatzkräfte gehofft, aber niemand gerechnet hatte: Um 19.22 Uhr entdeckten die Ramstedter das gesuchte und bereits eingeschneite Auto. Dabei benötigte das schwere Einsatzfahrzeug anschließend zunächst selbst Hilfe und musste vom Schwabstedter Feuerwehr-Tankwagen aus dem hohen Schnee gezogen werden. Spürbares Aufatmen bei allen Beteiligten. Die Rettung kam für die junge Frau noch rechtzeitig, der aus Husum gekommene Notarzt übernahm die Weiterversorgung und begleitete den Transport in die Klinik.

    Langeneß: Bundeswehr im Rettungseinsatz (27. Dezember)
    (shz) Heiligabend wurde der Gemeindekrankenpfleger über einen Notfall eines Bewohners informiert. Ein 73-jähriger Mann hatte sich eine schwere Oberarmverletzung zugezogen. Da sich der Gemeindekrankenpfleger mit seinem Dienstwagen in einer Schneewehe festgefahren hatte – wurde der Geländewagen des Gemeindearbeiters und Hallig-Retters Hartmut Petersen kurzerhand zum „Einsatzfahrzeug“ umfunktioniert, zusätzlich wurden zwei weitere Hallig-Retter alarmiert.
    Nach Ankunft beim Patienten und Rücksprache mit einem Arzt und der Leitstelle Nord, alarmierte diese einen SAR-Hubschrauber der Bundeswehr. Da der Zugang zum Hubschrauberlandeplatz durch Schneeverwehungen nicht möglich war, entschlossen sich die Nachbarn und die Hallig-Retter gemeinsam mit der Feuerwehr des Eilandes, zur Schneeräumung. Unterstützt wurden diese auch durch Bürgermeister Fiede Nissen, der mit einem Radlader ordentliche Berge versetzen konnte. Schließlich landete der Hubschrauber und der 73-jährige Patient wurde mit dem Helicopter in das Westküstenklinikum Heide geflogen.
    Sauer sind die Hallig-Bewohner, weil einige von ihnen, darunter auch die Gemeindepflegestation, immer noch ohne Festnetztelefon sind (wir berichteten). Auch die von der Telekom versprochenen „Notfallhandys“ sind nicht angekommen, so dass es für manche Bewohner eine sehr stille Weihnacht, ohne jeden Gruß von Freunden und Angehörigen, wurde.
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