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BRIANS HOMEPAGE | RETTUNGSDIENST | PRESSEMAPPE 2010
Pressemappe

Quelle sind - sofern nicht anders gekennzeichnet - zumeist die "Husumer Nachrichten" aus dem sh:z-Verlag, einige Fotografen haben mir zudem Bildmaterial zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür auch noch einmal an dieser Stelle. Sofern zu einem Artikel Bildmaterial zur Verfügung steht, ist dies mit einem gekennzeichnet.


2010 - Drittes Quartal
  • Mildstedt: Lebensgefahr nach Überschlag (5. Juli)  
  • Husum: 13-jähriger Junge auf Schulweg nach Unfall schwer verletzt (5. Juli)
  • Garding: Neubau der Rettungswache wird eingeweiht (8. Juli)
  • Koldenbüttel: Zwei Schwerverletzte bei Verkehrsunfall (10. Juli)  
  • Husum: Bagger kappt Kabel - Bahn-Chaos auf der Sylt-Strecke (13. Juli)
  • Husum: Fünf Verletzte bei Unfall auf der B5 (19. Juli)  
  • Pellworm: Notfallrucksack für Fähre (19. Juli)
  • Schwabstedt: Auf Hinterrad in die Mauer (21. Juli)  
  • Nordstrand: DGzRS & Rettungsdienst üben - Hand in Hand auf und im Wasser (23. Juli)  
  • Ohne Hallig-Retter geht es nicht mehr (27. Juli)
  • Koldenbüttel: Von der Straße abgekommen - 23-Jährige schwer verletzt (27. Juli)  
  • St. Peter-Ording: Keine schweren Zwischenfälle beim Jan-Delay-Konzert (27. Juli)  
  • Mildstedt: Großbrand verhindert (28. Juli)

  • Garding: Dobermann beißt 2-jähriges Kind in den Kopf (8. August)
  • Oster-Ohrstedt: Triebwagen mit Radlader kollidiert (16. August)
  • Viöl: Zwei Unfälle auf der B 200 - Vier Verletzte (24. August)
  • Husum: Bundeswehr hilft weiter - auf Anfrage (26. August)  
  • Husum: Kontrolle verloren (26. August)

  • Tönning: Findelkind in Waschbecken auf Tankstelle gefunden (6. September)
  • Sankt Peter-Ording: Familie von Flut überrascht - Rettung aus dem Watt (11. September)
  • Wisch: Auto schoss meterweit durch die Luft (20. September)  
  • Husum: Heizgerät verwüstete Wohnzimmer (20. September)  
  • Ramstedt: Briefbombe explodierte in Hand von zweifacher Mutter (30. September)











  • Mildstedt: Lebensgefahr nach Überschlag (5. Juli)
    (shz) Schwerer Verkehrsunfall bei Mildstedt – und ein Meer von Blaulicht an der Einsatzstelle: Rettungswagen, sechs Feuerwehrfahrzeuge und der Rettungshubschrauber „Christoph Europa 5“ eilten am Sonnabend gegen 20 Uhr zu einer Unfallstelle auf der L 37. Drei Streifenwagen waren kurz nach dem Unfall am Ort des Geschehens, denn ein Anrufer hatte der Polizei zuvor gemeldet, dass dort eine Frau ihr Auto in Schlangenlinien fährt. Kurz hinter der Einmündung des Hübbrüchweges bei Mildstedtfeld geriet die Frau mit ihrem Pkw nach Polizeiangaben „mit sehr hoher Geschwindigkeit“ auf die rechtsseitige Bankette, schoss 20 Meter über einen tiefen Graben hinweg und riss von Bäumen Äste ab. Das Fahrzeug hinterließ eine Spur der Verwüstung und landete nach 70 Metern in einem tiefen Graben.
    Gleich fünf Autofahrer stoppten und leisteten Erste Hilfe. Da das Auto auf dem Dach lag und die Fahrerin eingeklemmt war, wurde über Handy Hilfe angefordert. Nach 45 Minuten gelang es der Mildsteder und Husumer Feuerwehr die Frau zu befreien. Die Unfallstelle blieb bis 21.30 Uhr voll gesperrt. Wegen der akuten Lebensgefahr entschieden sich die Notärzte dazu, die „Umlagerung“auf die Trage des Hubschraubers zu vermeiden, die Frau wurde mit Notarztbegleitung in das Westküstenklinikum Heide eingeliefert.

    Husum: 13-jähriger Junge nach Unfall schwer verletzt (5. Juli)
    (www.polizeipresse.de) Am heutigen Tag befuhr ein 13-jähriger Junge auf seinem Schulweg (07:12 Uhr) den Radweg der Simonsberger Straße (L244) in Richtung Husum, als aus der Straße Rödemishallig ein Lastkraftwagen in die Simonsberger Straße (ebenfalls in Richtung Husum) einbiegen wollte. Der 25-jährige Fahrer übersah den von rechts kommenden Radfahrer und erfasste ihn im Einmündungsbereich. Der Schüler wurde mitgeschleift und erlitt schwere Verletzungen. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Uniklinik Kiel geflogen, Lebensgefahr besteht zum Glück nicht. Der LKW Fahrer erlitt einen Schock. Ersthelfer waren sofort vor Ort, Bauarbeiter der nahe gelegenen Baustelle reagierten sofort und kümmerten sich um den Jungen.

    Garding: Neubau der Rettungswache wird eingeweiht (8. Juli)
    (shz) Das Projekt sei eine „Erfolgsgeschichte“, sagen Christian Wehr und Sven Rahder von der Rettungsdienstleitung des Kreises Nordfriesland. Hatte die Rettungswache bislang einen Trakt neben dem Feuerwehrgerätehaus inne, belegt sie ab jetzt ein eigenes Gebäude, ebenfalls neben der Feuerwehr und im gleichen Stil erbaut. Somit sind Feuerwehr, Rettungswache und Polizei allesamt am Osterende versammelt. „Damit erhoffen wir uns verstärkt Synergieeffekte zwischen den Institutionen“, erklärt der Bürgermeister der Stadt Garding, Ranjet Biermann. Beide Seiten lobten die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Kreis und Stadt.
    Im Mai 2008 begann die Planung des 450 000 Euro schweren Projekts. Die alte Rettungswache entsprach nicht mehr den Anforderungen an den Arbeitsplatz der Rettungsassistenten – zumal in den Sommermonaten, wenn die Zahl der sich auf Eiderstedt befindlichen Menschen drastisch steigt, zwei Rettungswagen in Garding und damit doppelt so viele Rettungskräfte stationiert sind.
    Von einem „Multifunktionsraum“ sprach Rettungsteamleiterin Karin Lamla fast liebevoll rückblickend auf das zwölf Quadratmeter große Zimmer, das als Büro, Küche, Stau- und Aufenthaltsraum zugleich diente. So gemütlich es auch eingerichtet war, diese Zeiten sind vorbei, und die Rettungskräfte freuen sich auf ein Ende der äußerst beengten Verhältnisse. Die Stadt baute eine neue Rettungswache, und der Kreis Nordfriesland mietete sie an.
    In dem neuen Gebäude gibt es eine Küche und ein separates Büro – eine besonders große Erleichterung, da hier die Schaltzentrale des Geschehens liegt –, zwei Umkleideräume im Interesse der bislang ebenfalls nicht möglich gewesenen Geschlechtertrennung und vier Ruheräume statt einem, klar getrennt vom Arbeitsbereich.
    Alles ist großzügig angelegt. „Damit berücksichtigen wir, dass zwei Rettungsassistenten pro Rettungswagen hier stationiert sind, im Sommer also vier und zu Zeiten des Schichtwechsels zeitweise acht Leute“, zählte Christian Wehr das Menschenaufkommen in der neuen Rettungswache auf. Schließlich sei es das Ziel, die Lebensqualität der Mitarbeiter, die einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit im neuen Gebäude verbrächten, zu steigern“, ergänzte Sven Rahder. „Wir streben Gemeinsamkeit und Kommunikation an“, sagte Ranjet Biermann mit Blick auf den zum Verweilen angelegten und begrünten Innenhof, den Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungskräfte gemeinsam nutzen können.







    Koldenbüttel: Zwei Schwerverletzte bei Verkehrsunfall (10. Juli)
    (shz) Schwerer Verkehrsunfall auf der B 5 bei Koldenbüttel: Gestern Nachmittag kurz vor 16 Uhr verlor eine Autofahrerin das Bewusstsein. Das in Richtung Süden fahrende Auto geriet in den Gegenverkehr, drehte sich und schoss frontal in einen Pkw aus Dithmarschen. Die darin sitzende Mutter, ihre 15 Jahre alte Tochter sowie der neunjährige Sohn erlitten wie die Unfallverursacherin schwere Verletzungen. Ersthelfer griffen beherzt ein. Sechs Rettungswagen aus Husum, Tönning und Garding sowie zwei Notarzteinsatzfahrzeuge und drei Streifenwagen eilten an die Unfallstelle, die anderthalb Stunden voll gesperrt war. Ein Rettungswagen erlitt einen Motorschaden und musste abgeschleppt werden.

    Husum: Bagger kappt Kabel - Bahn-Chaos auf der Sylt-Strecke (13. Juli)
    (shz) Auf in die Sommerferien mit der Bahn. Entspannt zurücklehnen, ohne Stau auf den Straßen. Weit gefehlt, wie sich gestern für Fans der Nordseeinsel Sylt herausstellte. Während Bauarbeiten am Husumer Bahnhof wurde ein hundertadriges Lichtleiterkabel von einem Bagger gekappt und das hatte Folgen: Ab 10.15 Uhr bis in den frühen Abend hinein ging nichts mehr auf der Bahnstrecke Husum – Niebüll. Das elektronische Stellwerk in Bredstedt war ausgefallen. „Wir haben bisher 18 Busse eingesetzt, um die Fahrgäste zu ihrem Ziel zu bringen“, sagte Christiane Lage von der Nord-Ostsee-Bahn (NOB). Zusätzlich fuhren Taxen und ein Lkw, der die Fahrräder der Urlaubsreisenden transportierte.
    Teilweise kamen die Bahnreisenden, die im Normalfall drei Stunden für die Strecke von Hamburg nach Westerland benötigen, schon mit längerer Verspätung in Husum an und mussten eine Stunde auf den Anschluss-Bus nach Niebüll warten. Besonders schlimm traf es die Reisenden, die aufgrund einer Zugkreuzung auf der Strecke nicht in den Husumer Bahnhof einfahren konnten: Mit ausgefallener Klimaanlage in zwei Waggons warteten 400 Fahrgäste über Stunden auf die Einfahrerlaubnis. Die waren ob der Zwangspause alles andere als begeistert: „Und was sollen wir jetzt hier?“, wollte eine junge Frau ratlos wissen. Die NOB bedauere den Vorfall, aber „uns bleibt nichts anderes übrig, als Busse einzusetzen und alle mit Getränken und Catering zu versorgen“, sagte Sprecherin Christiane Lage.
    Mit einem Großaufgebot an Rettungskräften wurden die „gestrandeten“ Fahrgäste am Husumer Bahnhof in Empfang genommen. Neben dem Kreis-Rettungsdienst waren Feuerwehr, Katastrophenschutz, Deutsches Rotes Kreuz, DLRG und Malteser vor Ort. Der Catering-Service der Nord-Ostsee-Bahn versorgte die Liegengebliebenen mit Getränken.
    Nach Angaben der Deutschen Bahn dauerte die Beseitigung des Kabeldefekts fast acht Stunden. Der Schaden konnte am frühen Abend schließlich behoben werden. NOB-Sprecherin Christiane Lage zog gestern Abend Bilanz: Insgesamt seien auf der Strecke 22 Züge ausgefallen. Das Unwetter, das seit am Nachmittag über den Norden des Landes zog, verursachte weitere Baustellen für die Bahn. „Umgestürzte Bäume auf den Oberleitungen zwischen Glückstadt und Itzehoe behindern auch den Zugverkehr auf dieser Strecke“, sagte ein Bahnsprecher – inwieweit, war bis Redaktionsschluss noch nicht abzusehen.

    Husum: Fünf Verletzte bei Unfall auf der B5 (19. Juli)
    (shz) Zu einem Unfall kam es am Sonnabendnachmittag auf der Bundesstraße 5. Fünf Menschen wurden dabei verletzt, zwei davon schwer. In Höhe der Messehalle wollte ein Autofahrer auf die B 5 in Richtung Süden fahren. „Auf der Beschleunigungsspur kam er ins Schleudern und geriet auf die Gegenfahrbahn“, so ein Polizeisprecher. Dort stieß sein Wagen mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Mehrere Rettungsfahrzeuge waren im Einsatz, die Feuerwehr musste Eingeklemmte befreien. Bei einer Person wurde ein Beinbruch festgestellt, eine weitere wurde mit Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert. Während der fast einstündigen Bergungsarbeiten musste die B 5 komplett gesperrt werden. Polizisten leiteten den Verkehr um, so dass es zu keinem Stau kam. Warum der Wagen ins Schleudern kam, sollen polizeiliche Untersuchungen nun feststellen.

    Pellworm: Notfallrucksack für Fähre (19. Juli)
    (shz) Mit ihrer Fähre „Pellworm I“ transportiert die Reederei Neue Pellwormer Dampfschifffahrtsgesellschaft mbH (NPDG) jährlich rund 157 000 Passagiere zwischen Nordstrand und Pellworm. Die Fahrten dauern rund 35 Minuten – eine lange Zeit, wenn es auf See zu einem medizinischen Notfall kommen sollte. Deshalb schlug Sebastian Schildger vom Rettungsdienst des Kreises NF der NPDG vor, die Fähre mit einem medizinischen Notfall-Rucksack auszurüsten. Mit dem Teamleiter der Pellwormer Rettungswache des Kreises, Gerd Nommsen, stellte Schildger die Ausstattung zusammen. Dazu gehören eine Sauerstoffflasche mit Beatmungsbeutel, ein Defibrillator, Schienungsmaterial für Knochenbrüche, Infusionen, Verbandsstoff und Notfallmedikamente. Der Kreis bestellte das Material, die Reederei übernahm die Kosten von 1000 Euro.
    Gerd Nommsen und Sebastian Schildger übergaben den Rucksack an den Geschäftsführer der Reederei, Sven Frener. „Zum Glück sind medizinische Notfälle bei uns selten. Gegenüber dem bisherigen Notfallset sind wir mit der neuen Ausrüstung einen großen Schritt weiter“, freute sich Frener. Jeder medizinisch Vorgebildete kann mit dem Rucksack umgehen. Auch das Bordpersonal wurde eingewiesen. Der Rettungsdienst gehört zu den regelmäßigen Kunden der NPDG. Auch wenn Rettungsdienst-Transporte meistens plötzlich kommen, ist immer Verlass auf die Reederei und selbst in letzter Minute immer ein Platz für den Rettungswagen frei. „Dafür sind wir der NPDG sehr dankbar“, so Schildger und Nommsen.

    Schwabstedt: Auf Hinterrad in die Mauer (21. Juli)
    (shz) Schwerer Verkehrsunfall gestern Abend in Schwabstedt: Ein aus Richtung Seeth kommender Motorradfahrer prallte in voller Fahrt gegen eine Steinmauer, nachdem er über die Treenebrücke gefahren war. Die Rettungsleitstelle Nord in Harrislee löste Alarm für den Hubschrauber „Christoph Europa 5“, einen ortsansässigen Arzt und die Feuerwehr aus. Aus Norderstapel kam der Rettungswagen, Polizei aus Friedrichstadt und Husum sperrte die Landesstraße 38 eine Stunde lang voll ab. Der 34-jährige Motorradfahrer wurde lebensgefährlich verletzt ins Westküstenklinikum Heide geflogen. Nach Zeugenaussagen hatte er die Brücke mit einem „Wheelie“ – nur auf dem Hinterrad – überquert und die Kontrolle über sein Bike verloren.

    Nordstrand: DGzRS & Rettungsdienst üben - Hand in Hand auf und im Wasser (23. Juli)
    (shz) Drei Rettungsassistenten des Kreises Nordfriesland absolvierten ein besonderes Training: Sie lernten die „Eiswette“ kennen, den auf Nordstrand stationierten Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). „Rund 120-mal im Jahr transportieren die drei nordfriesischen Schiffe der DGzRS für uns Patienten aufs Festland“, erläutern die Rettungsassistenten Jürgen Bohnert und Andreas Fitschen, die das Training organisiert hatten. „Jedes Mal fährt ein Rettungsassistent mit, um den Kranken zu betreuen. Bei der Übergabe aufs Schiff und zurück muss jeder Handgriff sitzen.“
    Deshalb übte die Besatzung der „Eiswette“ mit den Kreis-Mitarbeitern Ulrike Petersen, Lars Christophersen und Constantin Hebbeln unter Zeitdruck Rettungswesten anzulegen und Patienten aufs Schiff und zurück zu bringen. „Das ist nicht einfach, denn je nach Wasserstand liegt das Schiff mal höher und mal tiefer, so dass man unterschiedliche Techniken beherrschen muss“, erklärt Vormann Hans-Jürgen Hansen. Mit den Rettungsassistenten, die zurzeit noch ihr Anerkennungsjahr ableisten, ist er zufrieden: „Sie lernen schnell und packen tüchtig zu.“ Ein besonderes Erlebnis genoss Lars Christophersen: Der 24-Jährige durfte einen Überlebensanzug ausprobieren. Er sprang damit ins Wasser, um sich anschließend retten zu lassen. „Mit Anzug ist das sicher angenehmer als ohne, aber die Kälte dringt trotzdem schnell durch.“ Der Anzug wird von einem Besatzungsmitglied getragen, wenn es einen Schiffbrüchigen aus dem offenen Wasser retten muss. Die Assistenten freuen sich über die gute Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Seenotrettern: „Es ist ein unkompliziertes Miteinander, und die Seeleute geben sich große Mühe, Patienten die Überfahrt so angenehm wie möglich zu machen.“ Künftig wird jeder neue Ausbildungsjahrgang einen Tag auf der „Eiswette“ verbringen.

    Ohne Hallig-Retter geht es nicht mehr (27. Juli)
    (shz) „Die Hallig-Retter haben sich in ihrem ersten Einsatzjahr hervorragend bewährt“, lobten Landrat Dieter Harrsen und Sebastian Schildger vom Rettungsdienst des Kreises Nordfriesland bei einem Pressegespräch im Kreishaus in Husum. Im vergangenen Jahr haben medizinisch geschulte Halligbewohner, die sogenannten Hallig-Retter, bei 39 Notfällen die Erstversorgung fachlich korrekt sichergestellt. Dabei entfielen 32 Einsätze auf Langeneß und Oland, sechs auf Hooge und einer auf Gröde. Auf der fünften bewohnten Hallig, auf Nordstrandischmoor, wurde kein einziger Alarm ausgerufen.
    Mehrere Einheimische mussten nach Arbeitsunfällen versorgt werden; bei Urlaubsgästen waren meist Störungen des Herz-Kreislaufsystems, Atemnot und Fahrradunfälle Auslöser des Notrufs unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 112. Während der Rettungsdienst auf dem Festland und den Inseln im Ernstfall innerhalb von zwölf Minuten vor Ort ist, ist dies bei einer Adresse mitten im Meer nicht möglich. Deshalb haben der Leiter des Kreis-Rettungsdienstes, Christian Wehr, und die Bürgermeister der Halligen 2009 die Aktion „Hallig-Retter“ ins Leben gerufen: Rettungsassistenten des Kreises schulen seitdem regelmäßig Halligbewohner, die sich freiwillig im Notfall als Helfer engagieren möchten.
    „Für diesen Zweck haben wir ein theoretisches und praktisches Ausbildungsprogramm erstellt, das weit über die Erste Hilfe hinausgeht“, erklärte Sebastian Schildger. Insgesamt 63 Frauen und Männer haben bereits daran teilgenommen: 21 auf Hooge, 16 auf Gröde, 14 auf Langeneß und 12 auf Nordstrandischmoor. Sämtliche Kosten für die Ausbildung übernimmt der Kreis Nordfriesland. Alle zwölf bis 18 Monate werden Auffrischungskurse angeboten. Außerdem sind die Hallig-Retter mit verschiedenen Rettungsgeräten, zum Beispiel für die Beatmung eines Patienten, und Notfallmedikamenten ausgestattet. Die Ersthelfer sind darin ausgebildet, akut Erkrankte und Verletzte vor Ort zu versorgen, sie mit Sauerstoff zu beatmen, Gliedmaßen zu schienen und Infusionen vorzubereiten. „Spritzen dürfen sie zwar nicht setzen. Doch bis ein Arzt eintrifft, der auf der Hallig Urlaub macht oder mit dem Rettungshubschrauber eingeflogen wird, befinden sich die Patienten bei den Freiwilligen in besten Händen“, befand Landrat Harrsen. Zudem seien die auf Hooge und Langeneß tätigen Gemeindepfleger eng in das System eingebunden.
    Benötigt der Patient weitere Hilfe, wird er mit dem Hubschrauber (2009: 22 Einsätze), einem Rettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (zwei Einsätze) oder, was 2009 dreimal vorkam, mit einer Lore aufs Festland transportiert und in die nächste Klinik gebracht. Während sie auf das Schiff oder den Helikopter warten, können die Retter in schweren Fällen Kontakt mit einer der Kliniken des Kreises aufnehmen: Über eine Hotline sind dort zu jeder Uhrzeit Fachärzte erreichbar, um Anweisungen zu erteilen. Für Landrat Harrsen steht fest: „ Die Hallig-Retter leisten erhebliche Beiträge zur medizinischen Grundversorgung für Familien. Doch auch Urlaubsgäste legen großen Wert auf Versorgungssicherheit im Notfall.“

    Koldenbüttel: Von der Straße abgekommen - 23-Jährige schwer verletzt (27. Juli)
    (shz) Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Sonntagabend um 19 Uhr: Eine 23-jährige Fahrerin kam auf der Kreisstraße 1 bei Norddeich mit ihrem Kleinwagen rechts von der Fahrbahn ab und stürzte einen Abhang hinunter. Ein nachfolgender junger Feuerwehrmann aus Husum ergriff beherzt Erste-Hilfe-Maßnahmen und alarmiert die Rettungsleitstelle in Harrislee umfassend und richtig: Die Fahrerin ist eingeklemmt, es werden dringend Notarzt und Rettungsschere benötigt. Die Leitstelle löste Großalarm aus, innerhalb weniger Minuten waren 35 Einsatzkräfte der Feuerwehr am Einsatzort.
    Noch während die Feuerwehrmänner das Dach des blauen Fiat Punto abtrennten, versorgten der Notarzt aus Tönning und das Rettungsteam die Fahrerin. Nach rund 30 Minuten konnte sie aus ihrem Fahrzeug befreit werden. Durch die Wucht des Aufpralls wurde die Fahrerin, die allein im Wagen saß, bis auf die hintere Rückbank geschleudert. Vermutet wird, dass sie durch den angelegten Sicherheitsgurt gerutscht ist. Die Polizei sperrte die Kreisstraße 1 für rund eine Stunde voll. Die Ursache werde derzeit noch ermittelt, so Polizei-Einsatzleiter Rainer Rahn.

    St. Peter-Ording: Keine schweren Zwischenfälle beim Jan-Delay-Konzert (27. Juli)
    (shz) Das Fest ist vorbei, der Ordinger Strand wieder leer, der Müll wird eingesammelt. Wo am Sonnabend und Sonntag noch Zigtausende unterwegs waren, herrscht jetzt fast wieder Alltag. Polizei und Veranstalter ziehen insgesamt eine positive Bilanz des Jan-Delay-Konzerts mit anschließender Beachparty. Rund 43 000 Besucher waren am Sonnabend zum Eventgelände am Ordinger Strand gekommen, um den musikalischen Abschluss des Kitesurf-Worldcups zu feiern. Die Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording, die Gemeinde, Polizei und Rettungsdienste hatten sich – nach den Erfahrungen mit dem Ansturm zum „Silbermond“-Konzert im vergangenen Jahr – entsprechend vorbereitet. Wie die Polizei mitteilt, nutzte eine Vielzahl der Gäste das eigene Auto, um zum Veranstaltungsort zu gelangen, so dass sich der Verkehr bereits am Nachmittag bis nach Tating zurückstaute. Erschwert wurde die Situation dadurch, dass an der Bundesstraße Fahrzeuge geparkt wurden, weil deren Nutzer sich zu Fuß auf den Weg machten, da sie fürchteten, sonst nicht rechtzeitig zum Konzert zu kommen.
    Auch auf dem Gelände selbst hatte die Polizei allerhand zu tun. 35 Einsatzkräfte aus Nordfriesland und auch von der Landespolizeischule in Eutin sowie von der Wasserschutzpolizei machten die Runde. Es kam zu 40 Einsätzen. So mussten sich die Beamten mit Körperverletzungen, Diebstählen, Verkehrsunfällen auf dem Strand, Randalierern, Pöbeleien, aber auch verloren gegangenen Kindern (alle sind wieder da) und vor allem hilflosen Personen befassen. Besonders erschreckend, so die Polizei, war trotz der mit Mitarbeitern des Jugendamtes durchgeführten Jugendschutzkontrollen die hohe Zahl betrunkener junger Menschen, die teilweise besinnungslos aufgefunden wurden. Auch der Rettungsdienst war teilweise in erheblichem Umfang mit ihnen beschäftigt. Da die umliegenden Kliniken bereits kurz nach Mitternacht hoch frequentiert waren, mussten Rettungsdienst-Kräfte aus Nordfriesland und Dithmarschen nachalarmiert werden, um Patienten auch in weiter entfernte Kliniken zu transportieren.
    Dennoch zieht die Polizei ein positives Fazit: „Auch bei der hohen Anzahl an Teilnehmern hatten wir die Lage immer im Griff“, so der Einsatzleiter Frank Dittelbach. „Dies führen wir auf die allzeit präsente Polizei und den Sicherheitsdienst auf dem Eventgelände und den Straßen zurück. Auch die gute Vorbereitung und Zusammenarbeit aller Einsatzorganisationen, Sicherheitsdienste und Behörden hat zu einem guten Verlauf beigetragen.“ Auch Werner Domann, Veranstaltungs- und Marketingleiter der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording, ist zufrieden. „Unser Konzept hat gegriffen. Die zusätzlichen Parkflächen waren ausgebucht. Die vier eingesetzten Shuttle-Busse haben 7000 Menschen transportiert. Sie haben sich gut bewährt.“ Ein Engpass ist und bleibe allerdings die Strandüberfahrt. „Das können wir nicht ändern, wir haben nur diesen Zugang. Dort wird es sich immer stauen, allerdings kam der Verkehr an dieser Stelle nie völlig zum Stillstand“, so Domann.
    Beschwerden wegen Lärms, der Toilettenanlagen und wilden Campens habe es allerdings auch gegeben. „Der Wind stand ungünstig, er kam aus Westen, so dass der Ort von der Musik stark betroffen war.“ All die Beschwerden werden in die Nachbetrachtung der Großveranstaltung einfließen. „Wir werden uns jetzt mit allen Mitarbeitern, den beteiligten Sicherheitsdiensten, der Polizei und den Rettungsdiensten zusammensetzen und den Ablauf analysieren.“ Über die Termine für die Großveranstaltungen im kommenden Jahr werde erst im September entschieden. Ab 5 Uhr am Sonntag waren die Mitarbeiter der Bauhöfe und Tourismus-Zentrale damit beschäftigt den Müll zu beseitigen. „Vor allen Dingen Flaschen und Gläser müssen schnell weggeräumt werden, bevor die Autos das Glas zerfahren“, so Domann. Allein am Wochenende wurden vier Container mit Abfällen gefüllt.

    Mildstedt: Großbrand verhindert (28. Juli)
    (shz) Gestern Mittag schreckte Sirenensignal in Mildstedt, Rantrum und Umgebung die Bevölkerung auf. „Gegen 13 Uhr wurde ein Feuer auf einem Bauernhof in Ipernstedt gemeldet“, bestätigte ein Polizeisprecher. Da die Meldung für die Feuerwehr auf „Vollbrand einer Scheune“ lautete, wurden die Wehren aus Rantrum, Mildstedt und Olderup in Marsch gesetzt. Doch die Bewohner und Nachbarn hatten den Brand beim Eintreffen der Wehren bereits gelöscht. Trotzdem legten die Wehren Schläuche aus, Atemschutzträger wurden in die verqualmte Halle geschickt. Dabei unterstützte die Feuerwehr aus Mildstedt die Rantrumer mit der Wärmebildkamera, um eventuelle Glutnester ausfindig zu machen. Dabei stellte sich heraus, dass die Bewohner großes Glück gehabt haben. Neben dem Brandherd lagerten Ölfässer, die jedoch nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden. Doch der altertümliche Trecker, der direkt an der Brandstelle stand, wurde erheblich beschädigt. Außerdem standen in der Halle noch weitere landwirtschaftliche Geräte und viel Holz. Aus Sicherheitsgründen wurde auch der Rettungsdienst angefordert. Zwei Bewohner, die an den Löscharbeiten beteiligt waren, mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung noch vor Ort behandelt werden.

    Garding: Dobermann beißt 2-jähriges Kind in den Kopf (8. August)
    (shz) Am 08.08.10 wurden Polizei und Rettungsdienst um 18.11 Uhr nach Garding in den Bereich Alter Gardinger Deich gerufen, da dort ein kleines Kind von einem Hund gebissen wurde. Beim Eintreffen der Kräfte befand sich das Tier noch freilaufend auf dem unbefriedeten Grundstück, der Hundehalter war nicht vor Ort. Der Dobermann konnte nur durch einen Schuss des Polizeibeamten vom Einsatzort vertrieben werden. Der Notarzt und das Rettungspersonal kümmerten sich sofort um das 2-jährige Mädchen, sie wurde verletzt in das Westküstenklinikum in Heide eingeliefert, Lebensgefahr besteht zum Glück nicht. Zuvor spielte sie mit einem 6-jährigen Freund im Garten, als der Hund unvermittelt zubiss und es am Kopf packte. Die Familien sind Gäste bei dem Hundehalter. Der Hund wurde während des gesamten Einsatzes nicht wieder gesehen. Das Ordnungsamt kümmert sich um die weitere Vorgehensweise (Verbleib des Hundes, Auflagen pp.). Eine Strafanzeige wurde gefertigt.

    Oster-Ohrstedt: Triebwagen mit Radlader kollidiert (16. August)
    (shz) Der 80-jährige Fahrer eines Radladers hatte am Sonntagabend den Triebwagen der Nord-Ostsee-Bahn in Oster-Ohrstedt auf der Strecke Husum- Jübek-Kiel herankommen gesehen. Er hielt auch mit seinem Fahrzeug vor dem unbeschrankten Bahnübergang an. Dabei hatte er allerdings, so zumindest die Bundespolizei in Flensburg, vermutlich vergessen, dass an dem Radlader noch die Schaufel zwei Meter nach vorn herausragte. Und eben diese Schaufel hing quasi über dem Gleis, im so genannten lichten Raum.
    Der Triebwagenführer, teilt die Bundespolizei mit, habe die Situation erkannt und noch eine Schnellbremsung eingleitet. Allerdings kam das Schienenfahrzeug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen. Die Zugmaschine rammte die Schaufel des Radladers und schleuderte das rund drei Tonnen schwere Fahrzeug herum. Dabei wurde der 80-jährige Fahrer erheblich verletzt, so dass er schließlich in ein Krankenhaus transportiert werden musste.
    Die 83 Zuginsassen, vorwiegend Urlaubsgäste, kamen alle, bis auf ein elfjähriges Mädchen mit dem Schrecken davon. Das Kind habe bei der Notbremsung des Triebwagens den Halt verloren und sei leicht verletzt worden, so die Bundespolizei. Der Sachschaden am Radlader und am Triebwagen wird auf rund 50 000 Euro geschätzt. Das Fahrzeug der NOB konnte aus eigener Kraft zur Wartungsstation nach Husum zurückfahren. Die Fahrgäste setzten ihre Reise mit zwei Bussen fort. Die kurzfristige Sperrung der Bahnstrecke verursachte keine weiteren Verspätungen, der nächste Zug um 20.35 Uhr konnte fahrplanmässig fahren. Wegen der anfangs unübersichtlichen Situation waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Oster- und Wester-Ohrstedt sowie Treia zur Unfallstelle gerufen worden. Auch der Rettungshubschrauber Christoph Europa 5 war im Einsatz, konnte aber bald wieder abheben, da der Verletzte mit einem Rettungswagen in das Krankenhaus gebracht werden konnte.

    Viöl: Zwei Unfälle auf der B 200 - Vier Verletzte (24. August)
    (shz) Auf der B 200 in Höhe der Arlaubrücke kam es gestern in den frühen Morgenstunden zu einem Frontalzusammenstoß zwischen zwei Autos. Dabei wurde der 41-jährige Fahrer eines VW-Golfs schwer, der 21-jährige Fahrer eines Mercedes leicht verletzt. Er hatte nach Polizeiangaben versucht, einen Schwertransporter zu überholen. Ersthelfer kümmerten sich sofort um die Unfallbeteiligten. Der schwer Verletzte wurde mit Notarztbegleitung in das Husumer Krankenhaus, der Mercedes-Fahrer nach Flensburg in die Diakonissenanstalt gebracht. Fast zeitgleich ereignete sich auf der B 200 auch noch ein Auffahrunfall. Der Fahrer eines auf die Unfallstelle zufahrenden Fahrzeugs bremste ab, ein nachfolgender Fahrer bemerkte dies zu spät und prallte mit seinem Auto in das Heck des vorausfahrenden Wagens. Die Meldung, dort sei eine Person eingeklemmt, bewahrheitete sich nicht. Beide Fahrer wurden aber zur Routinekontrolle in das Krankenhaus Husum gebracht. Die B 200 war rund eineinhalb Stunden gesperrt, die Freiwillige Feuerwehr Viöl war während dieser Zeit im Einsatz.





    Husum: Bundeswehr hilft weiter - auf Anfrage (26. August)
    (shz) Dicker Qualm steigt aus dem Wald in der Julius-Leber-Kaserne auf. Einzelne Feuerstellen auf offenem Gelände verstärken die bedrohliche Lage. Um den Wald- und Flächenbrand zu bekämpfen, kommen die Feuerwehr des gerade erst installierten, bundesweit ersten Stützpunktes für Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) der Julius-Leber-Kaserne und die Freiwillige Feuerwehr Husum zum Einsatz. Dabei lenkt ohrenbetäubendes Motorengeräusch die Blicke der Besucher auf den „Dachs“, der mit der geballten Kraft von 830 Pferdestärken eine Schneise durch den Baumbestand schlägt. So verhindert der Pionierpanzer, dass die Flammen auf weitere Waldflächen übergreifen. Die Demonstration, zu der die Bundeswehr eingeladen hat, heißt nicht umsonst Dynamische Vorführung.
    Die Feuerwehrkräfte beider Einrichtungen proben die zivil-militärische Kooperation. Der Übung schauen auch Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen sowie Husums Bürgermeister Rainer Maaß nebst Bürgervorsteherin Birgitt Encke zu. Die Gäste zeigen sich beeindruckt von den vielfältigen Möglichkeiten, die der neu eingerichtete ZMZ-Stützpunkt bietet.
    Während der feierlichen Indienststellung verwies Oberstleutnant Klaus Dötter, Kommandeur des in der Julius-Leber-Kaserne stationierten Spezialpionierbataillons 164, auf die hohen Anforderungen an seine Truppe. Wenn die zivilen Mittel der für die Katastrophenabwehr zuständigen Landkreise nicht ausreichten, könne die Bundeswehr auf Antrag Hilfe leisten. Das gelte auch bei besonders schweren Unglücksfällen. „Mit dem Stützpunkt für Zivil-Militärische Zusammenarbeit optimiert die Bundeswehr ihre Fähigkeiten, bei Unfällen und Katastrophen im Inland schnell und effektiv zu handeln“, sagte der Offizier.
    16 ausgewählte ZMZ- und Spezialstützpunkte werden zu diesem Zweck nach und nach bundesweit eingerichtet. Angegliedert an bestehende Verbände, werden Geräte und Material für die Katastrophenabwehr bereitgehalten und aktive Soldaten sowie Reservisten eingeplant. Für Unterstützung – etwa durch Manpower und schweres Gerät – sorgen in der Regel aktive Truppenteile. Auch Konteradmiral Jens-Volker Kronisch hob die besondere Bedeutung der Zusammenarbeit mit ihren Möglichkeiten hervor: „Wir stehen bereit, um zu helfen, wenn man uns ruft, weil andere Kräfte an ihre Grenzen stoßen oder nicht über bestimmte Fähigkeiten verfügen.“ Dabei erinnerte er an die Hochwasserkatastrophen in den vergangenen Jahren. Da habe es sich gezeigt, dass sich die Bevölkerung auf ihre Bundeswehr verlassen könne. Kronisch: „Wenn es schwierig wird, brauchen wir die gegenseitige Unterstützung in vielfältiger Form.“
    Bereits im Rahmen des Biwaks gab es im Frühjahr eine Übung zusammen mit dem Rettungsdienst des Kreis Nordfriesland, wo die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen im Mittelpunkt stand.

    Husum: Kontrolle verloren (26. August)
    (shz) Ein 18-Jähriger rutschte am vergangenen Montag auf der Bundesstraße 5 mit seinem Auto auf die Gegenfahrbahn, wo er mit dem Wagen eines 61 Jahres alten Mannes zusammenstieß. Der Unfallverursacher war um 11.25 Uhr, von der Flensburger Chaussee kommend, auf der Beschleunigungsspur in Richtung Süden unterwegs. Im Kurvenbereich verlor er auf der regennassen Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug – vermutlich, so ein Polizeisprecher, aufgrund von nicht angepasster Geschwindigkeit. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Pkw des 61-Jährigen gegen die Leitplanke gestoßen. Beide Autofahrer zogen sich bei dem Zusammenstoß leichte Verletzungen zu. Den Sachschaden bezifferte die Polizei auf insgesamt 5000 Euro.

    Tönning: Findelkind in Waschbecken auf Tankstelle gefunden (6. September)
    (shz) Es war 7.30 Uhr, als ein Kunde der Tankstelle ein Wimmern hörte. Das kindliche Geräusch kam aus einem Waschbecken neben den Autowaschplätzen. Ein wenige Tage alter Säugling lag darin, alleingelassen mitten in Tönning (Kreis Nordfriesland) – von der Mutter keine Spur. Der Junge war zwar gut ernährt und normal entwickelt, aber ohne Aufsicht und an einem herbstlich-frischen Sonnabendmorgen von Unterkühlung bedroht.
    Der Kunde eilte in die Tankstelle, deren Mitarbeiter die Polizei und den Notarzt alarmierten, so dass das Baby schnell betreut und mit einem Rettungswagen ins Westküstenklinikum nach Heide gebracht werden konnte. Klinik-Geschäftsführer Harald Stender gegenüber Schleswig-Holstein am Sonntag: „Anhand der getrockneten Nabelschnur kann man sagen, dass das Baby zwischen einem und vier Tage alt ist.“ Auch für den Klinikchef ist dies eine ungewöhnliche Situation: „Findelkinder gibt es nur sehr selten bei uns.“ Bis zur Klärung bleibt das Baby in der Obhut des Heider Krankenhauses. Nach Angaben der Flensburger Polizeisprecherin Martina Bräuer entscheidet das zuständige Jugendamt in den nächsten Tagen darüber, was mit dem Kind passiert. Bis gestern Nachmittag ging bei der Polizei erst ein vager Hinweis aus der Bevölkerung ein.

    Sankt Peter-Ording: Familie von Flut überrascht - Rettung aus dem Watt (11. September)
    (shz) Großeinsatz vor dem Südstrand in St.Peter-Ording: Ein voll gelaufener Priel versperrte Samstag Mittag einer Hamburger Familie den Weg zum sicheren Strand. Mit einem Luftkissenboot konnten Feuerwehr leute die eingeschlossenen Touristen retten. "Es ist alles gut ausgegangen", freute sich Wehrführer Norbert Bies (46) nach der Rettungsaktion.
    Eingegangen war der Notruf in der Rettungsleitstelle um 12.40 Uhr, die Familie selbst hatte ihn per Handy abgesetzt. Sofort wurden Feuerwehr, DLRG, ein SAR-Hubschrauber und der Rettungskreuzer alarmiert. Die Feuerwehr setzte ihr Rettungsboot am Strand von Böhl ins Wasser, gleichzeitig fuhr ein Feuerwehrfahrzeug zum Südstrand. Schnell konnte die Bootsbesatzung die Familie auf der Sandbank sichten. Es handelte sich um einen Kite-Surfer, zwei Frauen und ein etwa fünf Jahre altes Kind.
    Sie waren von der Flut überrascht worden, während der Mann sich beim Kitesurfen vom Wind über die Wellen tragen ließ und seine Familie vom Ufer aus zuschaute. Als die Urlauber zurück zum Strand wollten, war der Priel bereits auf einer Breite von 800 Metern zugelaufen - unerreichbar das ein Kilometer entfernte Ufer. Ohne Probleme konnten die Eingeschlossenen gerettet und schließlich mit dem Boot der DLRG zurück nach St. Peter-Böhl gebracht werden, wo sie ihren Pkw geparkt hatten. SAR-Hubschrauber und Rettungskreuzer kamen nicht zum Einsatz.
    Wie Wehrführer Norbert Bies berichtet, unterschätzen immer wieder Strandläufer die Gefahren, die die einsetzende Flut mit sich bringt. Vor dem Südstrand ist deshalb so tückisch, weil der Priel von Böhl aus in Richtung Süden schnell voll läuft. Allein die Feuerwehr musste in diesem Jahr sechs Mal zu solchen Einsätzen im Watt vor St. Peter ausrücken. Alle endeten glücklich.

    Wisch: Auto schoss meterweit durch die Luft (20. September)
    (shz) Ein schwerer Verkehrsunfall gestern morgen um 1.50 Uhr nahe der Gemeinde Wisch hielt 36 Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Polizei, und Feuerwehr auf Trab. Sie arbeiteten bei Flutlicht unter erschwerten Bedingungen. Ein 19-jähriger Autofahrer war offenbar mit hoher Geschwindigkeit auf dem „Lagedeich“ unterwegs gewesen. Am Ende des Straßenzuges hatte er vermutlich nach links in Richtung Rantrum einbiegen wollen. Doch – wie die lange Bremsspur zeigt – hatte er das Tempo nicht mehr entsprechend drosseln können: Der Pkw schoss in einer Höhe von ungefähr fünf Metern geradeaus über den Lagedeich hinaus und landete nach gut 20 Metern unten auf einer Wiese. „Es muss eine ganze Schar von Schutzengeln gewesen sein, die den jungen Fahrer getragen haben“, so der Notarzt vor Ort.
    Glück hatte der Verunglückte auch insofern, dass bald darauf auf diesem nachts äußerst wenig frequentierten Gemeindeverbindungsweg ein weiteres Fahrzeug vorbeikam. Dessen aufmerksamer Fahrer entdeckte den seitab auf der tiefer Wiese den schwarzen VW Golf mit einem bewusstlosen Fahrer darin. Er alarmierte über Handy sofort die „Rettungsleitstelle Nord“ in Harrislee. Der dortige Disponent löste Sirenenalarm in Ramstedt, Wisch und Koldenbüttel aus. Zusätzlich zur Feuerwehr Ramstedt-Wisch eilte die Feuerwehr Koldenbüttel mit Rettungsschere und Bergungsgerät an den Einsatzort. Dort fanden die zwölf Ramstedter und 17 Koldenbütteler Einsatzkräfte ungünstigste Bedingungen vor. Um an den Unfallort zu gelangen, mussten die Koldenbütteler Einsatzkräfte zunächst eine vier Meter lange Brücke, die sie ständig im Einsatzwagen mitführen, über einen Nebenarm der Oldersbek verlegen. Um 2.15 Uhr war der Verletzte aus seinem Fahrzeug befreit und konnte ins Krankenhaus gebracht werden.
    Großes Staunen an der Unfallstelle: Der Wagen trug keinerlei Kennzeichen. Nahmen die Einsatzkräfte zunächst an, die Polizeibeamten aus Husum hätten die Nummernschilder abmontiert, so stellte sich dann aber heraus: Der Fahrer war mit dem abgemeldeten Pkw ohne Kennzeichen unterwegs gewesen.



    Husum: Heizgerät verwüstete Wohnzimmer (20. September)
    (shz) Es war schlimm genug, aber es hätte auch noch schlimmer kommen können. Am Sonnabend um 18.12 Uhr rückte der Zweite Zug der Freiwilligen Feuerwehr zu einem Wohnungsbrand in die Berliner Straße aus. Als die Brandschützer dort ankamen, schlugen ihnen bereits Flammen aus den Fenstern entgegen und drohten laut Einsatzprotokoll, auf den Dachstuhl überzugreifen. Der Einsatzleiter rief daraufhin in der Leitstelle an und beorderte auch den Ersten Zug zum Brandort.
    Unterdessen gingen seine Kollegen vor Ort daran zu retten, was zu retten war. Während ein Teil unter Einsatz von Atemschutz die Flammen im Wohnzimmer bekämpfte, durchleuchtete ein anderer das Obergeschoss mit einer Wärmebildkamera sowie einem Fernthermometer. Glücklicherweise war es aber nicht zu einer Ausbreitung des Feuers gekommen.
    Neben Polizei, Rettungsdienst und rund drei Dutzend Feuerwehrleuten kamen auch Kräfte des Technischen Hilfswerkes (THW) zum Einsatz. Sie kümmerten sie um die Sicherung des Gebäudes, für das nach einem rund zweistündigen Einsatz „Entwarnung“ gegeben werden konnte. Für die Bewohner war das allerdings ein schwacher Trost, denn ihr Wohnzimmer (Foto) gab zu diesem Zeitpunkt bereits ein Bild der Verwüstung ab. Als Brandursache wurde ein Defekt in einem gasbetriebenen Heizgerät genannt. Die Bewohner hatten sich rechtzeitig ins Freie retten können.

    Ramstedt: Briefbombe explodierte in Hand von zweifacher Mutter (30. September)
    (shz) Vier Wochen war sie mit ihrer Tochter (2) und ihrem Sohn (10) auf Mutter-Kind-Kur gewesen. Nun öffnete Nina B. (30) in der Küche die Post. Alle in der kleinen Straße in Ramstedt (Kreis Nordfriesland) hörten dann eine Explosion.
    „Nach dem Knall kamen die Schreie von Nina“, sagt eine Nachbarin. Sie lief mit ihrem Ehemann zu dem Zweifamilienhaus, wurde dort Zeugin einer erschütternden Szene. „Der Junge hatte seine Schwester auf dem Arm, beide standen unter Schock. Der Mutter fehlten mehrere Finger an der Hand – und da lag ein flaches Päckchen.“
    Nina B. ist das Opfer eines Briefbombenanschlags geworden. Polizeisprecherin Marina Bräuer bestätigt: „Ja, ein Brief ist explodiert, die Mutter wurde an der Hand verletzt.“ Lebensgefahr habe nicht bestanden. Doch der Umschlag war offenbar nicht allein mit Sprengstoff präpariert, sondern auch mit festen Stoffen. „Es ist allein glücklichen Umständen zu verdanken, dass die umherfliegenden Splitter keine schwereren Verletzungen verursacht haben“, so Bräuer.
    Die Nachbarn wählten den Notruf, der Rettungshubschrauber Christoph 42 mit dem Notarzt landete. Nina B. wurde sofort operiert und war gestern schon wieder ansprechbar. Ebenfalls riesiges Glück: Ihre beiden Kinder waren nicht in der Küche, kamen unversehrt davon und sind nun bei Verwandten untergebracht.
    Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes übernahmen noch am Abend die Spurensicherung, Kripo-Beamte befragen die Anwohner. Nina B. lebt allein mit ihren Kindern. Ihr Ehemann ist in einer Einrichtung für betreutes Wohnen untergebracht. Er soll an Huntington leiden, einer unheilbaren Erkrankung des Gehirns. Nachbarn erzählen, das er früher bei einem Sicherheitsdienst gearbeitet habe. Durch seine Erkrankung und die daraus resultierenden psychischen und körperlichen Veränderungen sei es mehrfach zum Streit mit Nina B. gekommen. Dabei soll auch die Polizei gerufen worden sein. Einen Schlüssel für das Haus hatte der Ehemann am Ende nicht mehr. Hat er die Tat aus Verzweiflung über seine Krankheit und die zerrüttete Ehe begangen? Polizeisprecherin Marina Bräuer: „Der Ehemann ist vernommen worden, gegen ihn gibt es momentan keinen Tatverdacht.“ Die Polizei ermittelte aber wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Und der Schwerpunkt liege dabei im persönlichen Umfeld der Familie.
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