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BRIANS HOMEPAGE | RETTUNGSDIENST | PRESSEMAPPE 2010
Pressemappe

Quelle sind - sofern nicht anders gekennzeichnet - zumeist die "Husumer Nachrichten" aus dem sh:z-Verlag, einige Fotografen haben mir zudem Bildmaterial zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür auch noch einmal an dieser Stelle. Sofern zu einem Artikel Bildmaterial zur Verfügung steht, ist dies mit einem gekennzeichnet.


2010 - Erstes Quartal
  • Nachbetrachtung der Silvesternacht (2. Januar)
  • Husum: Mann durch Messerstich verletzt (19. Januar)
  • Bütteleck: Lkw umgestürzt - Fahrer verletzt und eingeklemmt (19. Januar)
  • Haselund: Sechs Verletzte bei Verkehrsunfall (25. Januar)
  • Niebüll: "Christoph Europa 5" flog 981 Einsätze (26. Januar)
  • Langeness: Hallig-Retter ausgebildet (28. Januar)
  • Niebüll: Rettungshubschrauber hilft grenzenlos (29. Januar)

  • Friedrichstadt: Radler bei Unfall auf der B 202 schwer verletzt (2. Februar)  
  • „Miriam“ prüft die Rettungsdienste (3. Februar)
  • Husum: Brand im Keller eines Mehrfamilienhauses (10. Februar)
  • Breklum: Tragischer Verkehrsunfall (11. Februar)  
  • Seeth: Mit Sommerreifen gegen Baum (12. Februar)  
  • Uelvesbüll: Kleinwagen landete auf dem Dach im Graben (15. Februar)
  • Kreis warnt vor Betrügern in Rettungsdienst-Uniform (16. Februar)
  • Husum: Unter Einsatz aller Kräfte (20. Februar)  

  • Husum: Digitalfunk lässt weiter auf sich warten (9. März)
  • Notrufsystem in Not: Start verschoben (13. März)
  • St. Peter-Ording: Millionenschaden am "Vier Jahreszeiten" (20. März)  
  • Hindenburgdamm: Konzept gegen mögliche Pannen (23. März)
  • Nordfriesland: Unhaltbar - Tausende Überstunden (27. März)
  • Mildstedt: Drei Autos zusammen gestoßen (29. März)  



  • Nachbetrachtung der Silvesternacht (2. Januar)
    (shz) Die Polizei musste auch in diesem Jahr wieder etliche Einsätze fahren wegen Schlägereien, Lärmbelästigungen, Ehestreitigkeiten und anderen Vorfällen. Einen eher „ruhigen Jahreswechsel“ bilanzierte gestern die Leitstelle Nord in Harrislee für die Feuerwehren und Rettungsdienste im Norden. Zu insgesamt 142 Einsätzen – überwiegend kleinere Brände – mussten die Wehren und Rettungsdienste im Landesteil in der Silvesternacht ausrücken. Allein 122 Mal war der Rettungsdienst im Einsatz. Meist ging es um alkoholisierte Personen oder Schlägereien. In vielen Fällen kam es aber auch zu Verletzungen durch Feuerwerkskörper.
    Bereits am späten Silvester-Nachmittag hatte es zwei spektakuläre Vorkommnisse in Husum und Bordelum gegeben: In der Storm-Stadt legten Unbekannte Feuer im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses. Die Täter hatten nach Erkenntnissen der Polizei einen abgestellten Kinderwagen in Brand gesteckt. Der Rauch breitete sich sofort im gesamten Treppenhaus aus. Bewohner alarmierten die Regional-Leitstelle in Harrislee. Die sofort eingesetzte Feuerwehr aus Husum rückte mit zwei Löschzügen an. Insgesamt zwölf Menschen wurden aus dem Haus gerettet. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte durch die DRK-Bereitschaft aus Husum. Vier Personen mussten mit einer leichten Rauchvergiftung in die Husumer Klinik eingeliefert werden.
    In Bordelum brannte zum gleichen Zeitpunkt ein Wohnhaus. Das Feuer soll in der Küche durch einen Topf mit brennendem Fett entstanden sein. Trotz eines massiven Lösch-Einsatzes der Wehren aus Bredstedt und Bordelum konnte nicht verhindert werden, dass das Einfamilienhaus bis auf die Grundmauern niederbrannte. Der Sachschaden wird auf 100 000 Euro beziffert.
    Gestern Abend gab es dann Feueralarm in Husum-Schobüll. Weihnachtskerzen hatten den Tannenbaum einer 87-Jährigen entzündet. Das Erdgeschoss ihres Hauses brannte vollständig aus.

    Husum: Mann durch Messerstich verletzt (19. Januar)
    (www.polizeipresse.de) Am Abend des 18.1.2010 betrat gegen 21.00 Uhr ein aus dem Obdachlosenmilieu stammender Mann die Eingangshalle des Husumer Bahnhofs, um im dortigen Kiosk Tabakwaren einzukaufen. Im Eingangsbereich wurde das spätere Opfer durch drei junge Männer mit Schimpfworten beleidigt, verließ nach dem Einkauf das Bahnhofsgebäude Richtung Bahnhofsmission. Im Bereich einer Werbeplakatwand nahe dem Fußgängertunnel trat plötzlich aus dem Dunkeln heraus eine Person an ihn heran und versetzte dem Opfer mit einem Messer einen Stich in den Unterbauch. Der schwer verletzte Mann konnte dann noch erkennen, dass drei Personen in Richtung Hermann-Tast-Gymnasium flüchteten. Das Opfer wurde in das Husumer Krankenhaus eingeliefert, Lebensgefahr besteht nicht.

    Bütteleck: Lkw umgestürzt - Fahrer verletzt und eingeklemmt (19. Januar)
    (shz) Ein schwerer Unfall überschattete gestern die Bauarbeiten am künftigen neuen Kreuzungsbauwerk Bütteleck in Koldenbüttel. Am Kreuzungspunkt von B 202 und B 5 kippte ein Lkw aus bislang noch ungeklärter Ursache um. Dabei wurde der Fahrer in seinem Führerhaus herumgeschleudert und eingeklemmt. Mit schweren Rückenverletzungen wurde er in das Husumer Krankenhaus eingeliefert. Laut Polizeiangaben waren vor dem Unfall bereits drei weitere Fahrzeuge an der Unfallstelle beladen worden. Um den Hergang zu rekonstruieren, wollen Experten aus Hamburg die Baustelle begutachten.

    Haselund: Sechs Verletzte bei Verkehrsunfall (25. Januar)
    (shz) Ein Abbiegefehler einer 18-jährigen Fahranfängerin hat am Sonnabend auf der Bundesstraße 200 in der Gemeinde Haselund (Kreis Nordfriesland) sechs Verletzte nach sich gezogen. Die 18-jährige mit drei jüngeren Geschwistern und Cousinen im Auto übersah beim Linksabbiegen einen entgegenkommenden Wagen, der mit 100 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Bei dem Zusammenstoß erlitten die jungen Insassen des abbiegenden Autos Prellungen und Schocks, der 48-jährige Fahrer des anderen Fahrzeugs leichte und seine 45-jährige Ehefrau auf dem Beifahrersitz schwere Verletzungen. Die 20-jährige Tochter des Ehepaars blieb unverletzt.

    Niebüll: "Christoph Europa 5" flog 981 Einsätze (26. Januar)
    (shz) Zu 981 Einsätzen wurde der an der Klinik Niebüll stationierte Hubschrauber der DRF-Luftrettung im vergangenen Jahr alarmiert. „Christoph Europa 5“, so der Funkrufname des Hubschraubers, wird hauptsächlich als schneller Notarzt-Zubringer alarmiert. 2009 startete er zu 712 Notfalleinsätzen. Darüber hinaus wurde „Christoph Europa 5“ 269-mal für den dringenden Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken eingesetzt.
    Durch die bundesweit zunehmende Spezialisierung von Kliniken müssen Patienten immer häufiger in für ihre Behandlung geeignete Krankenhäuser transportiert werden. Der Hubschrauber bietet dabei einen entscheidenden Zeitvorteil, da er selbst größere Entfernungen in kürzester Zeit zurücklegen kann. Christoph Maier, Stationsleiter und Pilot in Niebüll, erinnert sich an einen Einsatz im August: „Der ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Wir wurden nach Højer in Dänemark alarmiert. Dort rettete unser Notarzt einem schwerstverletzten Motorrollerfahrer mit einer Lungenpunktion das Leben. Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr 111-mal grenzüberschreitend Hilfe leisten können.“
    Zu den häufigsten Alarmierungsgründen für „Christoph Europa 5“ zählten 2009 internistische Erkrankungen. So wurden beispielsweise 130 Personen mit Herzinfarkten und 105 Schlaganfallpatienten medizinisch versorgt. Von 7 Uhr morgens bis Sonnenuntergang ist der Niebüller Hubschrauber täglich einsatzbereit. Er ist mit erfahrenen Piloten, Notärzten und Rettungsassistenten besetzt und mit allen medizintechnischen Geräten ausgestattet, die für eine optimale Patientenversorgung notwendig sind. Einsatzorte im Umkreis von 50 Kilometern kann das Fluggerät in maximal 15 Minuten erreichen.
    In Schleswig-Holstein sind insgesamt zwei Rettungshubschrauber der Luftrettung stationiert: „Christoph Europa 5“ in Niebüll, der im Norden Schleswig-Holsteins und grenzüberschreitend in Dänemark eingesetzt wird, sowie „Christoph 42“ in Rendsburg, der 24 Stunden täglich einsatzbereit ist. Zusammen leisteten sie rund sechs Prozent aller Einsätze der Luftrettung im Jahr 2009 (2.474 von 40.375 Einsätzen).

    Langeness: Hallig-Retter ausgebildet (28. Januar)
    (shz) Für Langeness und Oland stehen jetzt knapp 30 Hallig-Retter zur Verfügung. An der jüngsten Ausbildung beteiligten sich 15 Bewohner. Die Rettungsassistenten Svenja Hoffmann und Björn Tetens vom Rettungsdienst NF sowie der Gemeindekrankenpfleger Patrick Andresen verlangten viel von ihren Teilnehmern. So standen unter anderem Erste Hilfe, Apparative Diagnostik, Anatomie/Physiologie sowie Reanimation mit Unterstützung eines Defibrillators auf dem Plan. „Das Hallig-Retter-Konzept hat sich bewährt und ist eine große Hilfe für mich“, so Andresen. 2009 mussten 25 Notfallpatienten mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden.

    Niebüll: Rettungshubschrauber hilft grenzenlos (29. Januar)
    (shz) Die Rettung kam aus der Luft Bei einem Großbrand im dänischen Tondern leistete der in Niebüll stationierte Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung, Christoph Europa 5, wertvolle Dienste; ebenso die Einsatzleitstelle in Harrislee, die den Einsatz gemeinsam mit dem dänischen Falck-Rettungsdienst koordinierte.
    Nach Angaben von Leitstellensprecher Sacha Münster wurde Christoph Europa 5 um 8.57 Uhr alarmiert. Neun Minuten später traf die Besatzung bereits an der Einsatzstelle ein. Vor Ort brannte es in einem aluminiumverarbeitenden Betrieb. Vermutlich war es in der Lüftungsanlage zu einem Brand der Isolierung gekommen, bei dem große Mengen giftiger Rauchgase freigesetzt wurden. Insgesamt zwölf Personen klagten über Atemwegreizungen und Atembeschwerden.
    Aufgrund der kurzen Anflugzeit des Hubschraubers konnten alle Patienten sehr schnell notärztlich versorgt werden. Bei allen wurde eine Rauchgasvergiftung festgestellt, die eine stationäre Behandlung erforderte. Die Einsatzkräfte der dänischen Rettungsorganisation Falck und ein aus Niebüll kommender Rettungswagen aus dem Kreis Nordfriesland fuhren Patienten in die Krankenhäuser nach Apenrade. Ein Patient wurde durch den Rettungshubschrauber Christoph Europa 5 in das Krankenhaus nach Sonderburg geflogen.
    Besonders die sehr gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Rettungsdienstorganisation Falck, der DRF Luftrettung und der Leitstelle Nord in Harrislee habe dazu beigetragen, dass die Verletzten zeitnah in geeignete Krankenhäuser transportiert werden konnten, heißt es in einer Polizeimeldung. Gelobt wurde das dänische AMK-System, mit dem ein schneller Überblick über geeignete Krankenhäuser in Dänemark gewährleistet wurde. Die Disponenten der Rettungsdienstleitstelle in Odense/DK erhalten mittels einer Software direkten Einblick in die zur Verfügung stehenden Aufnahmekapazitäten der dänischen Krankenhäuser. Das System wird in Kürze, durch die Region Syddanmark, auch der Leitstelle in Harrislee zur Verfügung gestellt, um bei Bedarf schnellstmöglich geeignete Krankenhäuser mit einer entsprechenden Kapazität finden zu können.



    Friedrichstadt: Radler bei Unfall auf der B 202 schwer verletzt (2. Februar)
    (shz) Die Bundesstraße 202 bot am Sonntagabend denkbar schlechteste Bedingungen: Eine nahezu durchgehend vereiste Fahrbahn, dazu Schneefall. Gänzlich unpassierbar war der Radweg. Wohl aus diesem Grund wählte ein Radfahrer zur Fahrt von Friedrichstadt nach Seeth die Bundesstraße. Das wurde ihm zum Verhängnis. Wie die Polizei mitteilt, hatte der Fahrer eines roten Kleinwagens einen halben Kilometer hinter Friedrichstadt den Radfahrer erfasst und 30 Meter weit durch die Luft auf die andere Straßenseite geschleudert. Die Fahrbahn ist an dieser Stelle beidseitig durch Leitplanken gesichert. Das Unfallopfer erlitt schwere Verletzungen am Kopf sowie an den Beinen und wurde nach der Erstversorgung in eine Klinik verlegt.
    Bei dem arg demolierten Fahrrad war die Reifendecke von der Felge gesprungen. Der Autofahrer gab an, von einem entgegenkommenden Fahrzeug geblendet worden zu sein, daher habe er den Radfahrer erst gesehen, als es zum Bremsen oder Ausweichen zu spät war. Auf der B 202 kam es während des Rettungseinsatzes zu Behinderungen. Die Fahrbahn musste zunächst voll und später halbseitig gesperrt werden.

    „Miriam“ prüft die Rettungsdienste (3. Februar)
    (shz) So gegen 8.30 Uhr gestern hatte „Miriam“ den Zuständigkeitsbereich der Regionalen Einsatzleitstelle Nord erreicht. Von der Halbinsel Eiderstedt aus arbeitete sich das Schneetief weiter nach Norden vor, festgefahrene Fahrzeuge pflasterten seinen Weg. Für die mit vielen Anlaufschwierigkeiten gestartete Leitstelle der Kommunen und der Polizei in den Kreisen Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und der Stadt Flensburg eine erste wirkliche Bewährungsprobe. „Bis auf die Tür-Klingel hat alles bis jetzt hervorragend funktioniert“, kommentierte Leitstellen-Chef Uwe Rühl gestern auf einer Pressekonferenz.
    In der Tat flattert draußen ein Zettel im Wind, der Besucher bittet, telefonisch um Einlass zu bitten. Die Wahrscheinlichkeit, jemanden anzutreffen ist gleichwohl recht hoch: Die Einsatzleitstelle hat angesichts der Wetterlage ihr Personal verstärkt, berichtete Rühl gestern in einem Pressegespräch in Harrislee. „Sie ist klein, aber sehr wirksam“, sagt Rühl. „Myriams“ Weg durch den Norden ließ sich anhand der Alarmmeldungen zeitgenau nachverfolgen. Um 8.30 Uhr steckten die ersten Autofahrer mit ihren Fahrzeugen auf Nordstrand in Schneewehen fest und mussten von Landwirten oder Freiwilligen Wehren geborgen werden. Sie blieben mit dem Vordringen der Front nicht die letzten. Gleichwohl registrierte die Leitstelle bei insgesamt 15 verkehrsbedingten Einsätzen erstaunlich wenige Zwischenfälle. „Das ist deutlich weniger als an normalen Tagen. Viele lassen ihr Auto stehen, und wer fährt, der fährt diszipliniert und vorsichtig“, stellte Polizeisprecher Volker Boldt fest.
    Zu den Opfern gehörten oft auch professionelle Vielfahrer. In Flensburg stellte sich ein schwerer Sattelzug quer, auf der A 7 bei Tarp und in Schleswig sorgten quer stehende Klein-Lkw für Staus. Auch Polizei und Rettungsdienste hatten erhebliche Probleme, schnell zu den Einsatzorten zu gelangen und steckten zeitweise ebenso fest wie die anderen Verkehrsteilnehmer.
    In der Vorbereitung auf die zu erwartende Wetterlage spielte das in der Einsatzleitstelle eine Hauptrolle. „Wir müssen die Einsatzfähigkeit der Rettungsdienste sicherstellen“, so Leitstellensprecher Sacha Münster. Bundeswehr und Katastrophenschutz aktivierten deshalb ihre Allrad getriebenen Fahrzeuge für technische Hilfeleistungen. „Wir verfügen über gut zwei Dutzend Allrad-Fahrzeuge, die im Einzugsbereich der Rettungswachen im Norden stationiert sind“, so Rühl. Das ist umso wichtiger, als dass die zivilen Rettungshubschrauber bei dieser Witterung nicht zur Verfügung stehen. Nur der auf Helgoland stationierte SAR-Hubschrauber ist im Moment einsatzbereit. Die oftmals schon betagten Unimogs aus den 70er Jahren übernahmen gestern beispielsweise die Begleitung von Rettungsfahrten auf der Nordstraße zwischen Flensburg und Kappeln, die „strandtauglichen“ unter ihnen wurden im Bereich der Nordseeküste aufgestellt.
    Parallel übernahmen Fahrzeuge des Katastrophenschutzes gestern Nachmittag den Transport von Tagespatienten aus den Kliniken. „Für uns ist es bei dieser Großwetterlage wichtig, dass die Krankenhäuser über ausreichende Kapazitäten verfügen“, so Uwe Rühl. Wichtig war auch: Durch den Einsatz der Helfer von THW und DRK blieben die Rettungswagen für aktuelle Einsätze verfügbar.

    Husum: Brand im Keller eines Mehrfamilienhauses (10. Februar)
    (shz) Schreck in der Abendstunde: Kurz vor 22 Uhr ging in der Nacht zu gestern bei der Husumer Feuerwehr ein Notruf ein. Im Keller eines Mehrfamilienhauses war ein Feuer ausgebrochen. Während ein Teil der Einsatzkräfte in den Keller vordrang, um mit der Wärmekamera den Brandherd ausfindig zu machen, ging der andere daran, acht Bewohner vorsorglich zu evakuieren sowie Treppenhaus und Wohnungen mit Hochleistungslüftern zu entrauchen. Insgesamt waren 48 Feuerwehrleute im Einsatz. Der Rettungsdienst war mit drei Rettungswagen, einem Notarzteinsatzfahrzeug und dem Organisatorischem Leiter vertreten, drei Kinder wurden vorsichtshalber zur Beobachtung in die Kinderklinik nach Heide gefahren. Nach etwas mehr als einer Stunde war das Feuer gelöscht. Behindert wurden die Einsatzkräfte durch Glatteis.



    Breklum: Tragischer Verkehrsunfall (11. Februar)
    (shz) Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch Breklum: Hans-Hermann Möllgaard Friedrichsen ist tot. Der 54-Jährige verunglückte am Dienstagabend bei einem Verkehrsunfall unweit seines Wohnhauses. Möllgaard Friedrichsen war laut Polizeimitteilung auf der Bundesstraße 5 in südlicher Richtung unterwegs, als er gegen 21.57 Uhr in Höhe der Husumer Straße 12 auf die gegenüberliegende Fahrbahnseite geriet. Mit voller Wucht prallte sein schwarzer Audi gegen einen Lkw, der dort am Straßenrand geparkt war.
    Die Rettungsleitstelle Nord alarmierte umgehend Rettungswagen aus Husum und Niebüll, den Husumer Notarzt sowie die Feuerwehren aus Breklum und Bredtstedt zur technischen Rettung. Zufällig befand sich auch ein Rettungswagen auf einem Patiententransport gerade in der Nähe der Unglücksstelle und wurde zur ersten Hilfeleistung umgehend dorthin beordert. Der schwer verletzte Fahrer war in seinem Wagen eingeklemmt und wurde durch die Feuerwehr befreit und dem Rettungsdienst übergeben. Trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte verstarb der Breklumer jedoch noch an der Unfallstelle.





    Seeth: Mit Sommerreifen gegen Baum (12. Februar)
    (shz) Die B 202 im Bereich Tankenwall war gestern besonders glatt, als gegen 10 Uhr ein 30-jähriger Autofahrer nach einem Überholvorgang die Kontrolle über sein nur mit Sommerreifen ausgestattetes Fahrzeug verlor, ins Schleudern geriet und seitlich gegen einen Baum prallte. „Dabei hat sich das Auto um den Baum gewickelt“, sagt Andreas Todt von der Polizei Friedrichstadt. Die Bilanz: Der schwer verletzte Fahrer wird in seinem dunklen Skoda eingeklemmt. Großes Glück für den Verunfallten: Fachkundig ausgebildete Soldaten des Sanitätsbataillons Seeth nehmen Erstmaßnahmen vor, unterstützt werden sie von zivilen Kräften. Auf der B 202 zwischen Friedrichstadt und Seeth gab es wegen Eisglätte bereits eine halbe Stunde vor diesem Einsatz einen leichteren Verkehrsunfall. Die Straße wird während der Bergung durch die Feuerwehren aus Koldenbüttler, Seeth und Drage voll gesperrt, der Verkehr staut sich bis zur Eiderbrücke. Um 10.20 Uhr landet der Rettungshubschrauber. Notarzt und Rettungsssistent der DRF sowie der dänischen Rettungsorganisation „Falck“ versorgen den Fahrer zusammen mit der Besatzung des Rettungswagen aus Norderstapel längere Zeit vor Ort, bevor er schließlich in das Westküstenklinikum Heide geflogen werden kann, Lebensgefahr besteht nicht.

    Uelvesbüll: Kleinwagen landete auf dem Dach im Graben (15. Februar)
    (shz) Kurz nach 3 Uhr geriet gestern im Kirchspielsweg ein Kleinwagen von der Straße ab und landete auf dem Dach im Straßengraben. Nachfolgende Verkehrsteilnehmer alarmieren die Rettungskräfte und kümmern sich um die verletzten Insassen. Der Fahrer war durch das Fahrzeug geschleudert worden und lag mit dem Kopf am Kofferraum. Die Einsatzkräfte bargen den schwer verletzten Fahrer über die Heckklappe. Er wurde mit Kopfverletzungen in das Westküstenklinikum Heide eingeliefert, der ebenfalls verletzte Beifahrer kam in die Klinik nach Husum.

    Kreis warnt vor Betrügern in Rettungsdienst-Uniform (16. Februar)
    (shz) Eine betrügerische Drückerkolonne ist nach Kreis-Angaben in Husum unterwegs. Ihre Mitglieder kleiden sich in den auffälligen Orange- und Weißtönen des Rettungsdienstes und klingeln an Haustüren. „Sie konzentrieren sich auf ältere Menschen und versuchen, ihnen eine Mitgliedschaft aufzuschwatzen, durch die Rettungsdienst und Krankentransporte angeblich kostenlos in Anspruch genommen werden können“, erläutert Christian Wehr. Er leitet den Rettungsdienst des Kreises Nordfriesland und hat einer Mitteilung zufolge selbst mit einem der „Werber“ gesprochen.
    Der Betrug bestehe darin, dass Rettungsdienst und Krankentransport des Kreises den Patienten ohnehin nichts kosten. „Wer unter Telefon 112 Hilfe ruft, wird unverzüglich versorgt. Wir rechnen danach direkt mit den Krankenkassen ab. Zusätzliche Mitgliedschaften sind dabei völlig ohne Belang – egal, bei welcher Organisation“, beschreibt Wehr das System. Seine Kollegin Nina Schmeck aus dem Rechtsamt weist darauf hin, dass an der Haustür abgeschlossene Geschäfte und Mitgliedschaften binnen 14 Tagen ohne finanzielle Nachteile widerrufen werden können: „Dabei genügt eine einfache schriftliche Erklärung, eine Begründung ist nicht notwendig.“ Die Empfängeradressen finden sich auf Kauf- oder Mitgliedsverträgen unter dem Stichwort „Widerrufsbelehrung“. Der Kreis hat die Drückerkolonne angezeigt.



    Husum: Unter Einsatz aller Kräfte (20. Februar)
    (shz) Ein Dachstuhlbrand in einem Mehrfamilienhaus im Stadtweg hat bei der Freiwilligen Feuerwehr in der Nacht zu gestern Großalarm ausgelöst. Kurz vor 21 Uhr wurde der Brand gleich von mehreren Anrufern gemeldet, sagte ein Polizeisprecher. Einsatzleiter Jürgen Jensen setzte daraufhin beide Löschzüge mit ihrer gesamten Mannschaft in Bewegung. Von der Drehleiter mit etwa 30 Meter Reichweite über das Tanklöschfahrzeug bis hin zum Löschgruppenwagen wurden alle verfügbaren Einsatzmittel an den Brandherd beordert. Da nach den Meldungen davon ausgegangen werden musste, dass sich noch Menschen im Haus befanden, wurden zusätzlich Rettungswagen und ein Notarzt sowie der Organisatorische Leiter Rettungsdienst zur Brandstelle beordert.
    Als die Wehr ankam, stiegen bereits dicke Rauchwolken aus dem Dachgeschoss des von zwölf Parteien bewohnten Gebäudes. Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten Bewohner das Haus schon verlassen. Zwei mussten jedoch mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Während der Löscharbeiten verletzte sich zudem ein Feuerwehrmann durch herunterfallende Ziegelteile, er wurde noch vor Ort ärztlich versorgt. Manche der Bewohner kamen bei Verwandten unter, andere fanden im benachbarten Altenheim eine vorübergehende Bleibe.
    Zur Unterstützung forderte der Einsatzleiter auch die Wehr aus Schobüll sowie die Drehleiter der Bredstedter Feuerwehr an. So konnte der ausgedehnte Dachstuhlbrand von zwei Seiten aus bekämpft werden. In Aktion waren auch alle Atemschutzträger. Durch die starke Rauchentwicklung mussten sie sowohl im Inneren des Hauses als auch draußen eingesetzt werden. Während der Löscharbeiten veteilten Nachbarn heißen Tee an die Einsatzkräfte. Erst nach vier Stunden konnte das letzte Einsatzfahrzeug die Brandstelle verlassen. Besondere Aufmerksamkeit galt aber weiterhin den Brandnestern im Dachgebälk. Dadurch zogen sich die Nachlöscharbeiten mehrere Stunden hin. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und das Gebäude beschlagnahmt. Nach ersten Schätzungen entstand ein Schaden von 250 000 Euro. Über die Brandursache konnten Polizei und Feuerwehr noch keine Angaben machen. Dafür seien die Sachverständigen zuständig, die gestern ihre Arbeit aufnahmen. Wann die Bewohner ihre Wohnungen wieder beziehen können, ist unklar.

    Husum: Digitalfunk lässt weiter auf sich warten (9. März)
    (shz) Den Mitgliedern des Kreis-Gesundheitsausschusses wurde angst und bange während Jan Noelle seinen Bericht über die Einführung des Digitalfunks für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben abgab. Der stellvertretende Leiter des Rettungswesens Nordfriesland beschäftigt sich mit der geplanten Einführung der modernen Digitalfunktechnik schon seit Beginn seiner Tätigkeit – seit 20 Jahren. Solange schon sollen Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst mit abhörsicherer Technik ausgestattet werden und über ein eigenes Funknetz verfügen. Doch die Realität sieht anders aus: Feuerwehr und Polizei funken auf Frequenzen, „die mit ein bisschen Glück und einem billigen Radio von jedermann mitgehört werden können“, so Noelle. Er berichtet von Feuerwehren, in denen veraltete Geräte eingesetzt würden und nach dem Prinzip „Aus 3 macht 1“ teils über 30 Jahre alte Funksprecher repariert würden. „Das ist ein massives Problem“, sagt Noelle.
    Vorgesehen war der Einsatz des speziellen Netzes für Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei bereits 1991. Aus unterschiedlichen Gründen würde die Inbetriebnahme jedoch immer wieder verschoben. „Eine sehr unbefriedigende Situation“, sagt der Mitarbeiter des Rettungswesens und hofft, dass sich diese bald ändern wird. War den Kreisbediensteten das digitale, abhörsichere Funknetz für den Jahresbeginn 2012 in Aussicht gestellt worden, musste Noelle dem Gesundheitsausschuss jetzt mitteilen, dass sich die Inbetriebnahme um ein weiteres Jahr verzögern wird, also 2013. Die Kreise Pinneberg, Dithmarschen und Steinburg würden dafür 2012 ans Netz gehen.
    Das Land Schleswig-Holstein rechnet mit Unterhaltungskosten für das neue Netz in Höhe von 6,4 Millionen Euro im Jahr. Davon entfallen rund 1,3 Millionen Euro auf Feuerwehr und Rettungsdienst. Der Kreis Nordfriesland müsse mit einem Anteil von 23000 Euro kalkulieren. Geld, dass dann in eine mehr als 20 Jahre alte Technik investiert würde, so Noelle. „Da kann jedes Handy mehr.“

    Notrufsystem in Not: Start verschoben (13. März)
    (shz) Es ging zum Glück nur um einen Hund. Der war in Niebüll (Kreis Nordfriesland) ins Eis eingebrochen – doch die Rettungskräfte wurden neun Minuten zu spät alarmiert. Offenbar nicht das einzige Problem, das es mit der ersten landesweiten zentralen Rettungsleitstelle in Harrislee bei Flensburg seit ihrer Eröffnung vor einem halben Jahr gibt. Von dort werden Polizisten, Feuerwehrleute und der Rettungsdienst kreisübergreifend koordiniert. Immer wieder berichten die Einsatzkräfte dabei von Schwierigkeiten. Die haben jetzt Auswirkungen auf die geplante Regionalleitstelle in Elmshorn: Deren Inbetriebnahme verzögert sich um sechs Wochen. Statt im März werden rund 1300 Beamte aus den Kreisen Steinburg, Dithmarschen, Pinneberg und Segeberg erst im April von der gemeinsamen Leitstelle „Westwind“ aus dirigiert. Sie wird für 825 000 Menschen zuständig sein. „Wir starten nicht mit Elmshorn, solange es in Harrislee noch Nachbesserungsbedarf gibt“, sagte Innenstaatssekretär Volker Dornquast gestern nach einem Treffen mit Vertretern der Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, der Stadt Flensburg sowie des Kommunalen Leitstellenzweckverbandes. Für dessen Sprecher Jochen Barckmann ist eine Zusammenschaltung der beiden Leitstellen Mitte April immer noch zu früh: „Im Moment muss alles noch einmal hinterfragt werden, was das System anbietet.“
    Und das waren häufig – Fehler: Die komplexe Technik hakte ein ums andere Mal. Polizisten klagten, dass die Kontaktaufnahme zur Zentrale nicht immer möglich sei, was die Koordination erschwere: Einbrecher konnten entkommen, während woanders zwei Streifenwagen auftauchten. Hinzu kamen regelmäßig Systemabstürze. „Jedes System hat seine Kinderkrankheiten“, räumte Dornquast die Startschwierigkeiten ein. Man könne nicht davon ausgehen, dass ein solches System sofort funktioniere. In München habe es zwei Jahre bis zu einem reibungslosen Ablauf gedauert. Mittlerweile seien viele Probleme behoben. „Der Regelbetrieb läuft.“ Es habe nie eine Gefahr für die Sicherheit der Bevölkerung gegeben. Dornquast versprach zügige Nachbesserungen.
    Die Elmshorner Polizei nimmt ist gelassen: Man werde mit einer Testphase beginnen, die bisherigen Schaltungen in der Leitstelle blieben derweil erhalten. „Das wird nicht als verspätet angesehen“, sagte Sprecherin Silke Tobies. In Niebüll ist man jedenfalls entsetzt, auch wenn der Hund aus dem Eis gerettet wurde. Stadtvertreterin Heidi Bruhns: „Man muss sich vergegenwärtigen, dass es auch ein Kind hätte treffen können.“











    St. Peter-Ording: Millionenschaden am "Vier Jahreszeiten" (20. März)
    (shz) Mit einem Aufgebot von 19 Feuerwehren und zirka 280 Hilfskräften ist Einsatz in einem Hotel mit 62 Betten in St. Peter-Ording am vergangenen Freitag der vermutlich größte Brandeinsatz der Nachkriegsgeschichte Nordfrieslands. Das Großfeuer verursachte einen Schaden in Millionenhöhe.
    Ein Hotelangestellter hatte der Leitstelle Nord in Harrislee ein Feuer im Lagerraum eines Kellers gemeldet. Die alarmierte Feuerwehr aus St. Peter-Ording übernahm sofort die Brandbekämpfung und forderte weitere Einsatzkräfte an. Aufgrund des starken Qualms und der unklaren Brandausbreitung in dem verwinkelten Kellergeschoss war die Brandbekämpfung nur eingeschränkt möglich. Wie die Polizei mitteilte, konnte der Brand, trotz aller Bemühungen durch die Feuerwehren, nicht aufgehalten werden. Deshalb forderte die Einsatzleitung in der Leitstelle Nord Raupenbagger an, um Teile des Mittelbaus einzureißen. Hierdurch erhofften sich die Einsatzkräfte ein Ausbreiten des Feuers in Richtung Bettenhaus zu verhindern.
    Die Flammen breiteten sich über den gesamten Mittelkomplex und eine angrenzende Sporthalle aus. Die Halle konnte mit einem Löschangriff in großen Teilen gehalten werden. Auch eine Ausweitung zum Bettenhaus konnte verhindert werden. Personen kamen nicht zu Schaden.
    Neben den Feuerwehren aus den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen sowie aus der Stadt Schleswig unterstützten Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuz aus Tetenbüll, Tönning und Witzwort sowie der Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aus St. Peter-Ording die Einsatzkräfte. Der Rettungsdienst war mit einem Rettungswagen und dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst vertreten. Das Technische Hilfswerk aus Tönning sicherte die Ausleuchtung des Einsatzortes über Nacht. Auch Stunden nach der ersten Brandmeldung waren noch Feuerwehrleute im Einsatz, um auftretende Brandnester zu löschen. Gelobt wurde die gute Zusammenarbeit der beteiligten Leitstellen und der Einsatzleitung. Die Brandursache ist noch unklar. Die Brandstelle ist durch die Kriminalpolizei gesichert worden. Heute werden vor Ort die Untersuchungen zur Brandursache aufgenommen.

    Hindenburgdamm: Konzept gegen mögliche Pannen (23. März)
    (shz) Der Leiter des Rettungswesens Nordfriesland, Christian Wehr, denkt noch immer mit Schrecken an den 3. September 2009 zurück: Damals wurde ein mit Dämmstoffen beladener Lkw von einer Windböe erfasst und vom Autozug geweht. Der 32-jährige Kraftfahrer kam bei diesem Unfall ums Leben. Das Unglück traf Bahn, Feuerwehr und Rettungswesen an einer ganz empfindlichen Stelle – die Befahrbarkeit für Hilfs- und Rettungsfahrzeuge ist die Achillesferse des Hindenburgdamms.
    Genau elf Minuten nach Alarmierung sei der Notarzt damals beim Patienten auf dem Hindenburgdamm gewesen – also im vorgegebenen Zeitlimit, erklärt Christian Wehr. Er macht jedoch keinen Hehl aus den damals widrigen Umständen: Der angeforderte Rettungshubschraubers konnte weder auf den Gleisen noch seitab der Schienen landen. Nur durch den beherzten Einsatz des Flugpersonals sei eine schnelle Versorgung des Verunfallten möglich gewesen – Arzt und Sanitäter sprangen aus dem in der Luft befindlichen Hubschrauber.
    Seit Juni vergangenen Jahres befasst sich eine Arbeitsgruppe mit einem Notfallplan – also schon drei Monate, bevor das Unglück geschah, betont Wehr. Die Gruppe beleuchtet sowohl die technischen als auch die medizinischen Maßnahmen, die im Fall eines Unglücks getroffen werden müssen. Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB), der Nordostsee-Bahn (NOB) sowie des Notfallmanagements Schleswig-Holstein und örtliche Hilfsorganisationen arbeiten derzeit gemeinsam an einem Hilfskonzept, das im Sommer stehen soll.
    Schon jetzt offenbaren sich dem Team zahlreiche Sicherheitslücken: So sei ein Funkbetrieb auf der Bahnstrecke zwischen Insel und Festland – wenn überhaupt – nur eingeschränkt möglich. „Die Befahrbarkeit des Damms ist ein großes Problem“, sagt Thomas Dose, Mitglied des Kreisgesundheitsausschusses. Ein Mangel, den Michael Meyer bestätigt. Der Wehrführer der Feuerwehr Klanxbüll berichtete, dass seine Feuerwehrkameraden am Unglückstag fast eine halbe Stunde benötigten, um zum Einsatzort zu gelangen. Sie hätten nur mit Schrittgeschwindigkeit den Rettungsweg auf dem Hindenburgdamm befahren können, weil er nicht geteert sei.
    Ein Schreckensszenario schildert Stephan Beck. Der Kreistagsabgeordnete (CDU) fragt sich, was geschehen würde, wenn ein Tanklastzug auf dem Damm verunfalle. „Woher kommt das Löschwasser? Was passiert wenn auf dem Weg zum Unfallort ein Einsatzfahrzeug liegen bleibt? Wo könnte ein Hubschrauber landen?“ Fragen, auf die Rettungswesen-Leiter Christian Wehr keine Antworten parat hat. Noch nicht. Doch die Arbeitsgruppe arbeite intensiv am Konzept, betont er. „Auch die Deutsche Bahn ist an einer raschen Lösung interessiert.“ Bisher hätten sich DB und NOB bereit erklärt, Hilfszüge für den Transport von Verletzten zur Verfügung zu stellen, diese könnten innerhalb weniger Minuten an einer möglichen Unfallstelle auf dem Damm sein. Eines kann Wehr schon jetzt sagen: Ziel der Hilfszüge wird der DB-Autozug-Terminal in Niebüll sein. Der dortige Bereich könne im Notfall schnell hergerichtet werden. Der Aufbau von Zelten sowie der Krankentransport vom Zug auf Rettungsfahrzeuge sei hier ohne größere Probleme möglich. Überdies könne der Bereich mühelos abgesperrt werden.

    Nordfriesland: Unhaltbar - Tausende Überstunden (27. März)
    (shz) Er musste entscheiden – und zwar schnellstens. Um zwölf zusätzliche Arbeitsplätze erhöhte Landrat Dieter Harrsen Anfang des Monats per Eilentscheidung die Zahl der Stellen im Rettungsdienst des Kreises Nordfriesland. Der Kreistag billigte in seiner gestrigen Sitzung die Entscheidung des nordfriesischen Verwaltungs-Chefs.
    Es war Eile geboten, denn bis zum 31. Dezember vergangenen Jahres waren auf den Arbeitszeitkonten der circa 100 Rettungsdienst-Mitarbeiter insgesamt 11 339 Überstunden angefallen. Grund hierfür waren neben den Neuberechnungen der Ausfallzeiten im Einsatzdienst und notwendige Sonderzeiten auch neue gesetzliche Vorgaben. So gibt es zusätzliche Urlaubstage für den Schichtdienst und auch die Bemessungsgrundlagen bei den Arbeitszeitkonten haben sich geändert. Gleichzeitig sorgen aber auch steigende Einsatzzahlen für eine deutliche personelle Unterdeckung im Rettungsdienst Nordfriesland. Um die Vorgaben zu halten und weitere Überstunden zu vermeiden, werden drei neue Stellen im Nordbereich sowie fünf zusätzliche Arbeitsplätze im Süden des Kreises benötigt. Zudem werden weitere Stellen geschaffen, um in Spitzenzeiten die Versorgung zu gewährleisten und die Stunden wieder auf ein Normalmaß zu reduzieren.
    Doch nicht nur die Zahl der Rettungsassistenten wird erhöht. Mehr Einsätze bedeuten neben zusätzlichen Arbeitsstunden auch einen erhöhten Verwaltungsaufwand, der künftig von einer weiteren Bürokraft erledigt werden soll. „Ansonsten können Rechnungsstellungen nicht mehr zeitgerecht erfolgen und Liquiditätsengpässe auftreten“, begründet Landrat Harrsen den Stellenplan. Die Aufstockung des Büropersonals sei überdies aufgrund der drastisch angestiegenen Bearbeitungsfälle „dringend notwendig“. Für die Koordination der Fort- und Weiterbildung des Personals und für die Betreuung der Ausbildungssparte zum Rettungsassistenten, wird ebenso eine Stelle eingerichtet, sodass insgesamt zehn Rettungsassistenten, eine Bürogehilfin und ein Ausbildungsbeauftragter eingestellt werden – alle über die Kostenträger refinanziert.
    Die Notwendigkeit der Eilentscheidung begründete sich zwar in der hohen Zahl der Überstunden, den Ausschlag jedoch gab die Veröffentlichung der Stellenausschreibungen in einer Fachzeitschrift. Da diese nur einmal im Monat erscheint und der Anzeigenschluss feststand – war eine Vorabentscheidung des Landrates gefordert.





    Mildstedt: Drei Autos zusammen gestoßen (29. März)
    (shz) Gleich mehrere Schutzengel waren am Sonnabend bei einem Verkehrsunfall auf der Ostenfelder Landstraße im Einsatz. Bei dem Zusammenstoß dreier Autos kurz hinter Mildstedt wurde niemand schwer verletzt. Die Fahrzeuge sind allerdings reif für die Schrottpresse. Die Landesstraße 37 musste für eine Stunde voll gesperrt werden. Schnell baute sich ein Stau auf, der insbesondere aus Fahrtrichtung Mildstedt rasch eine beachtliche Länge gewann.
    Anlass für den Unfall war eine Unaufmerksamkeit. Gegen 12.30 Uhr wollte der Fahrer eines dunkelgrünen Audi A8 – aus Mildstedt kommend – nach links in den Hübbrüchweg abbiegen. Ein silberfarbener Suzuki Swift, der hinter ihm fuhr, krachte in den stehenden Wagen. In diesem Moment näherte sich aus Richtung Ostenfeld ein dunkelgrüner Audi. Der Fahrer reagierte geistesgegenwärtig. Zwar berührte sein Auto die Fahrzeuge noch, er konnte aber einen Frontalzusammenprall vermeiden. Sein Wagen geriet bei dem Ausweichmanöver auf die abschüssige Bankette, drehte sich, kippte um – und landete nach 60 Metern an einem dicken Chausseebaum. Ohne Hilfe der Feuerwehr konnte der Fahrer aus dem auf der linken Seite liegenden Wagen nach oben durch die Beifahrerscheibe gerettet werden. Er erlitt unter anderem Kopfverletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Leichtere Verletzungen trugen zwei weitere Beteiligte davon.
    Alle Hände voll zu tun hatten die beiden eingesetzten Beamtinnen der Husumer Polizei. Der Kritik von Autofahrern, dass die Unfallstelle aus Richtung Husum kommend nicht bereits im Vorfeld weiträumig abgesichert war, begegnete die Polizei später mit dem Hinweis darauf, dass zahlreiche Streifenwagen zu einem Großereignis nach Lübeck abgeordnet seien und entsprechend weniger Einsatzwagen zur Verfügung ständen. Auf diesem Teilstück der L 37 haben sich bislang zahlreiche Unfälle ereignet: Nur vier Tage zuvor war dort am Dienstagvormittag ein Auto nach einem Überschlag auf dem Dach zwischen zwei großen Bäumen gelandet. Zahlreiche Wildunfälle sind zu verzeichnen, und eine 19-jährige Autofahrerin wurde im vergangenen Jahr auf diesem Abschnitt bei einem tragischen Unfall getötet.
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