Wer das Radio anmacht, kommt früher oder später an Dire Straits-Songs nicht vorbei. Brothers In Arms,
Walk Of Life oder Money For Nothing sind nur einige ihrer größten Hits, und wer die
nicht kennt, hat den Großteil seiner musikalischen Sozialisation in einer Tonne erlebt.
(Quelle: www.laut.de)
Biografie:
Gegründet wurde Dire Straits im Jahre 1977 vom Sänger und Leadgitarristen Mark Knopfler (*12. August
1949 in Glasgow) zusammen mit seinem Bruder David (Gitarre) und dem Bassisten John Illsley (*24. Juni 1949
in Leicester. Komplettiert wurde die Band von Pick Withers am Schlagzeug. Auf einem Punkfestival debütierte
die damals noch namenlose Gruppe. Ein Freund von Pick schlug daher vor, daß sie sich aufgrund ihrer
andauernden finanziellen Schwierigkeiten "Dire Straits" (übersetzt in etwa: finanzielle Notlage) nennen sollten.
Und vor ihrem zweiten Auftritt taten sie das auch. Die Dire Straits nehmen 1977 ein Demo auf und verschicken
es. Charlie Gillet, ein BBC - DJ, spielte es regelmäßig in seiner Sendung. Die Telefone des Radiosenders
standen eine Weile lang nicht mehr still. Nach langem hin und her standen die Straits bei einem der größten
Plattenproduzenten der Welt unter Vertrag, bei Phonogram. Der Demosong Sultans of Swing wird 1979 in
Europa und Amerika ein Hit - genau zum Abklingen der Punkwelle.
Während die meisten englischen Musiker die aggressiven Rhythmen der damaligen Punkmusik übernahmen,
setzen die Dire Straits auf einen sanfteren, melodiöseren Stil. Mark Knopfler, der Bandleader, entwickelte einen
charakteristischen von J. J. Cale und B. B. King beeinflussten Gitarrenstil, sein Sprechgesang verbindet die
Bluestradition mit dem eigenwilligen Gesangsstil eines Bob Dylan.
Schnell folgten dann Konzerte in ganz Europa. Bevor die Band ihre erste Amerika-Tour in Angriff nehmen
konnte, nahm sie über den Jahreswechsel 1978/79 das zweite Album "Communiquè" auf.
1980 fliegt die Band nach New York, um ihr drittes Album "Making movies" aufzunehmen. Dabei kommt es zu
Unstimmigkeiten zwischen den Knopfler- Brüdern, was zur Folge hat, daß David die Gruppe im Sommer ‘80
verläßt, bevor die Aufnahmen beendet sind. Für die nächste Tournee ersetzen sie den nun fehlenden Gitarristen
durch Hal Lindes und verstärken sich zusätzlich mit Alan Clarke an den Keybords.
1982 nehmen sie das Album "Love over gold" auf, das vor allem durch seine sehr langen Musikstücke in
Erinnerung geblieben ist. Aufgrund der langen Stücke konnte unter anderem ein Song mit dem Namen "Private
dancer" nicht mit aufgenommen werden. Damit hatte dann Tina Turner ein Jahr später einen großen Hit.
Als dann im Jahre 1985 'Brothers In Arms' erschien, waren die Straits bereits Weltstars. 'Brothers In Arms'
schlug ein wie eine Bombe. In sehr vielen Ländern stieg es direkt von Null auf Platz eins ein und es heimste
unheimlich viele Auszeichnungen ein (ca 50 Platinalben in den ersten 2 Jahren). Bis Heute hat sich das Album
wahrscheinlich über 30 Millionen mal verkauft, und gehört damit zu den erfolgreichsten Platten der Geschichte.
Die Gitarrenmusik von Dire Straits und insbeondere von Frontman Mark Knopfler ist sehr filigran, in dem
Melodien oft mehr angedeutet als gespielt werden. Im Gegensatz zu anderer Musik aus der Zeit hat die Musik
von Dire Straits einen beachtlichen Dynamikumfang.
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1978 erschien das gleichnamige Debütalbum der Dire Straits, die Punkwelle lag in ihren letzten Zügen,
Musikfans aus aller Welt nahmen daher begierig das Werk der Band um den Gitarrenvirtuosen Mark
Knopfler auf, was gegen den New-Wave-Mainstream glaubhaft von Muff Winwood produziert wurde. Prak-
tisch eine Musikrichtung für sich, dieser unvergleichliche Gitarrensound gemischt mit einem bestechenden
Groove und dieser unglaublich relaxten Atmosphäre.
Die Platte besticht durch instrumentales Können und eingängiges Songmaterial, was in direkter Weise die
Einflüsse von Knopflers Idolen widerspiegelt (Dylan, J.J. Cale, C. Atkins). Sein charakteristischer nuschelnder
Sprechgesang, die ausgereifte Lyrik und der typische magische Gitarrensound prägen Klassiker wie Down
To The Waterline, Sultans Of Swing, Water Of Love und Wild West End, welche man immer wieder
gerne hört. Aber auch der Rest des Albums ist - meiner Meinung nach - sehr hörenswert: Setting Me Up,
Southbound Again und Six Blade Knife... Die aufeinander bestens abgestimmte Band bringt es mit
Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit zu wahrer Meisterschaft.
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Wer sich wundert, weshalb Communiqué so irre entspannt klingt, muß nur einen Blick ins Booklet werfen.
Aufgenommen haben die Dire Straits ihr zweites Album in einem Studio in Nassau, auf den Bahamas. Fast
sieht man die Band sich locker-lässig im Sonnenstuhl räkeln und das Album am Strand herunter spielen, bis sie
uns mit Follow Me Home am Ende in den Sonnenuntergang entläßt. Ein Album, mit vielen unter die Haut
gehenden Stücken (News, Where Do You Think You're Going, Once Upon A Time In The West),
dessen Reiz sich jedem eröffnet, der bereit ist, seine Aufmerksamkeit auf die Musik zu richten und einfach
zuzuhören. Einfach anschalten und abschalten...
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Wieder nur ein Jahr später brachten die Dire Straits ihr nächstes Werk Making Movies auf den Markt,
welches sich im Stil deutlich von seinen beiden Vorgängern abheben konnte. Sehr schön die Balladen Romeo
And Juliet und Tunnel Of Love, im krassen Gegensatz dazu die rockigen Stücke wie Expresso Love und
vor allem Solid Rock, die richtig in die Beine gehen. Abschließen tut das Album originell und mutig mit Les
Boys, ein Song über eine Münchner Schwulenkneipe.
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Auf Love Over Gold trifft die Bezeichnung "Filme für die Ohren" zu, wie auf kein anderes Album der Dire
Straits. Allein schon der großartige Auftakt der CD mit Telegraph Road (über 14 Minuten...) läßt vor dem
geistigen Auge eine Szenerie entstehen, in der aus einem Ort des Friedens - der kleinen Hütte, die sich ein
Wanderer gebaut hat - schließlich eine riesige Stadt, ein Moloch wird, der jedes Leben zu ersticken droht.
Mark Knopfler übt damit in seinem an Bob Dylan angelehnten Sprechgesang in unnachahmlicher Weise Kritik
an unserer Welt. In Industrial Disease greifen die Straits in witziger Weise ein anderes, gar nicht so witziges,
Problem unserer Zeiten auf - Industrialisierung und Konsumterror, Private Investigations berichtet über
einen desillusionierten Privat-Detektiv. Auf die CD sind zwar nur 5 Lieder gepresst, aber keines davon geht
unter die 6-Minuten-Grenze.
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Mit Alchemy kam 1984 eines der bestverkauften Live-Alben aller Zeiten in die Läden. Die Stimmung kommt
auf dieser Aufnahme brilliant herüber, die Aufnahmequalität ist für die damalige Zeit für Liveaufnahmen nahezu
unerreicht und die einzelnen Titel sind oft ultralange Versionen, die sich von den normalen Studioaufnahmen
zum Positiven hin unterscheiden. Oft kommt es ja vor, daß Live-Alben enttäuschen, weil die Musiker einfach
live nicht zu dem fähig sind, was sie im Studio produzieren. Bei Dire Straits scheint es fast umgekehrt. Diese
Musik lebt auf der Bühne und auf diesem Album. |
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Brothers In Arms war die CD, die jeder haben mußte, als die Silberlinge gerade begannen, das Vinyl
abzulösen. Kaum ein anderes Album brachte 1985 den Klang des neuen Mediums so zur Geltung und auch
heute noch besticht die absolut saubere Qualität. Wer erinnert sich nicht an das grandiose Money For
Nothing, dessen Video damals als Fortschritt galt und die Kästchengrafik uns heute nur noch ein müdes
Lächeln abringt?
Ein absoluter Kracher aus knackigem Schlagzeug, dominanter Gitarre und untermalenden Synths, bei dem Ex-
Plice-Frontman Sting im Hintergrund "I want my MTV" nach der Melodie des Police-Hits "Don't Stand So
Close To Me" singt. Walk Of Life ist ein Klassiker voller Lebensfreude, Why Worry beruhigt die Seele, der
Titelsong Brothers In Arms schwimmt in Sentimentalität (thematische Inspiration: der Falklandkrieg)... ein
Album voller Gefühl, trotz der technischen Perfektion. Diese Platte ist nicht ohne Grund mit Preisen überhäuft
worden. DIE Band der achtziger Jahre erreichte mit dieser CD ihren absoluten Gipfel.
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Money For Nothing, ein bezeichnender Name für ein Best-Of-Album möchte man meinen. Aber weit ge-
fehlt. Einige der besten Dire-Straits-Stücke plus zwei Live-Versionen und Twisting By The Pool, welches
zuvor nur als Single erhältlich war. |
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On Every Street reicht 1993 zwar nicht an seinen Vorgänger Brothers In Arms heran - es war bestimmt
nicht leicht, nach dem gigantischen Erfolg von Brothers In Arms das nächste Album zu produzieren - ist aber
ein würdiger Nachfolger.
Die CD wird stark von Einflüßen aus Country, Blues und Jazz geprägt. Textlich vermag die CD mit Witz zu
überzeugen (My Parties), ist hin und wieder auch ein wenig zynisch (Ticket To Heaven). Altbewährten
Rock-Einlagen (Heavy Fuel und The Bug) werden kombiniert mit immer wieder gern gehörten Balladen
(You And Your Friend und Iron Hand), aber auch jazziges (Fade To Black) gefällt. Eigentlich kann man
blind zugreifen, da für jeden Geschmack etwas dabei ist - und wenn jemanden gewisse Stile nicht so gut
gefallen - mit On Every Street lässt man sich gern überreden...
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Versehen mit einem grandiosen Live-Sound wird On The Night als eine akustische Bilanz einer bom-
bastischen Tournee zu einem echten Höhepunkt für die Band. Dass Mark Knopfler gerne vom "Dire Straits
Rock´n´Roll Orchestra" sprach, ist angesichts von neun Musikern auf der Bühne nur angemessen. Die aber
bereiten für ihn einen musikalischen Teppich, auf dem er seinen gewohnt sparsamen Stimmeinsatz und sein
unverkennbares Gitarrenspiel nach Belieben ausleben kann. Um genau das zu genießen, füllten die Fans ja
schließlich in Massen ein europäisches Stadion nach dem anderen.
Enttäuscht wurden sie nicht: Der Einstieg mit Calling Elvis bietet in 10 Minuten Spieldauer über die "Knop-
fleriaden" hinaus viel Spielfreude der Band. Der Ausklang - in ähnlicher Länge und gleicher Qualität - gehört
Brothers In Arms, einer der intensivsten und meistgeliebten Kompositionen Knopflers. überhaupt gehört die
Hälfte des hier zusammengefaßten Sets den Klassikern der seit 1978 überaus erfolgreichen Band. Natürlich
werden auch Romeo And Juliet und Private Investigations gnadenlos in die Länge gezogen, ja regelrecht
zelebriert.
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Im Jahre 2000 gab es dann noch ein weiteres Best-Of-Album: Sultans Of Swing. Da zwischen diesen
beiden Zusammenstellungen nur ein neues Studioalbum lag, kann sich jeder ausrechnen, wie neu oder sinnvoll
das Ganze ist. Ich persönlich habe es nicht, aber dem Dire-Straits-unkundigen Hörer sei es natürlich genauso
wärmstens ans Herz gelegt, denn schließlich ist auch hier ein klasse Auswahl von Dire-Straits-Titeln verewigt.
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Das erste Solo-Album von Mark Knopfler Golden Heart erschien 1996 und bietet einen fließenden
übergang vom Ende der Band zu der Solokarriere von Mark Knopfler. Böse Zungen behaupten, dass die
Dire Straits nichts anderes als Mark Knopfler plus Orchester gewesen seien.Was herauskommt, sind pure
Dire Straits. Ein exaktes Mittelding zwischen Brothers in Arms und On Every Street. Fast alle Themen der
beiden Erfolgs-CDs werden hier noch einmal aufgegriffen und variiert.
Als hätte Knopfler am Ende von Brothers In Arms einfach sein grandioses Edelgitarrensolo weitergespielt,
die Crew schloß ab, ging nach Hause, am nächsten Morgen spielte er immer noch und plötzlich hieß die
Nummer Darling Pretty, mit ihrem irischen Touch einer der schönsten Titel der ganzen CD. Imelda ist eine
mäßig scharfe Abrechnung mit der Marcos-Witwe, das Gitarrenriff riecht verdächtig nach Money for
Nothing. Dire Straits-Fans werden zufrieden sein. Alles was man an Kopfler immer schon mochte ist da:
Geschmackvollste Gitarrenarbeit, Dobros, fette Orgeln und immer wieder dieser untrügliche Riecher für
Hitmelodien.
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Das zweite Solo-Album Sailing To Philadelphia erschien 2000 und brachte wieder keine Enttäuschung.
Zusammen mit James Taylor (Titelsong) und Van Morrison (The Last Laugh) bietet die Cd wieder echten
Hörgenuß, von langsam, ruhig bis schnell und rockig, alles was man von Knopfler gewöhnt ist und von ihm
erwartet. |
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Bis zum heutigen Tag ist Mark Knopfler offensichtlich drei verschiedenen Stilrichtungen gefolgt. Da gibt es die
stimmungsvollen Rock-Klänge der Dire Straits, die sanfteren, eher introvertierten Stücke seiner Soundtracks
und der ausgelassene Kneipen-Humor seiner Solowerke. Mit The Ragpicker's Dream 2002, seinem dritten
Soloalbum, erleben wir ihn in allen drei Kategorien und dies oft mit großem Erfolg.
Natürlich kann man die Spaß-Tracks (das an "King of the Road" erinnernde Quality Shoe und das Auf-
Wiedersehen-Pet-Thema Why Aye Man) schlicht und einfach vergessen. Aber wenn Knopfler seine beiden
größten Favoriten präsentiert -- amerikanische Roots-Music und das "wirkliche" Leben des Arbeiters -- dann
liefert er einige seiner bisher gefühlvollsten Stücke. Der Titeltrack ist eine einfühlsame Weihnachtsgeschichte,
ein bedächtiges Märchen aus New York ("Fairytale of New York"). Marbletown und Coyote sind beide
Traveling-Songs aus dem Süden, wobei der letztere wie eine flotte Version von "Ode To Billie Joe" klingt.
Am besten ist jedoch das traurige A Place Where We Used To Live, das schon fast wie Salonmusik klingt
und in dem der Protagonist auf die prägenden Phasen eines schweren Lebens zurückblickt. Dies ist ein wirk-
lich schöner Song, wobei der sanfte, zutiefst sorgenvolle "Hill Farmer's Blues" jedoch fast genauso gut klingt:
übrigens der einzige Track, bei dem die so charakteristischen Dire-Straits-Gitarrenklänge dann doch noch
einmal zum Ausbruch kommen. Knopfler-Fans wird dieses Album gefallen, und für Anhänger der Roots-
Music bietet es auch eine ganze Menge. --Dominic Wills-- |
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